8. September 2018

Situation des Gefangenen Andreas Krebs

(Radiobeitrag von https://www.freie-radios.net)

Andreas ist ein rebellischer Gefangener. Er baute hinter Gittern die Gefangenengewerkschaft mit auf und führte diverse Hungerstreiks gegen die Knast-Bedingungen.
Jetzt wurde er im Mai nach Italien ausgeliefert und ein neuer Prozess begann gegen ihn am 30.Mai dieses Jahres (2018).
Andreas war vor der Auslieferung körperlich und psychisch sichtbar gezeichnet durch die Haft-Bedingungen in den Knästen Volkstedt, Burg und zuletzt in Berlin-Moabit.
So wurde Andreas’ kritischer Gesundheitszustand systematisch ignoriert und verleumdet. Medikamente sowie klinische Untersuchungen und Operationen wurden ihm verweigert. Zusätzlich waren die Knast-Bedingungen bei Andreas verschärft, durch eine hohe Sicherheitsstufe und durch das polizeistaatliche Konstrukt der angeblichen Kontakte zu ehemaligen RAF-Mitgliedern.
Schreibt ihm:
Andreas Krebs
Sez. 1 Stz.1
Sez. Mediterraneo (CASA CIRCONDARIALE SECONDIGLIANO)
Via Roma Verso Scampia, 250,
Cap 80144 Napoli (NA),
Italy
Dazu ein telefonisches Gespräch mit seiner Anwältin.

Dieses findet ihr hier: https://www.freie-radios.net/90894

 

 

Gefunden auf de.indymedia.org/node/24190

1. September 2018

Neuste Infos von Andreas Krebs aus Italien

 

Im Moment hat Andreas, nur weil er eine Zelle mit weniger Menschen wollte, 23:40 Einschluss und 20 Minuten Aufschluss. Andreas Gesundheitszustand wird immer kritischer, seit einiger Zeit leidet er an Nierenversagen und scheidet beim Urinieren, deutlich sichtbar, Blut aus. Dazu kommen jetzt noch neurologische Probleme dazu. Durch die starken Bewegungseinschränkungen, die der Knast mit sich bringt, sind starke Wassereinlagerungen in den Beinen und Armen entstanden. Diesen Schmerzen kann Andreas kaum noch standhalten. Und die Reaktion von Seite des Knastes ist, ihm wahllos Medikamente zu geben, so das er kürzlich (wie berichtet) zwei Tage in Ohnmacht fiel. Der Arzt macht jedoch nichts weiter, außer eine Medikamentenunverträglichkeit zu bescheinigen. Es gab
keine weiteren Untersuchungen. Es interessiert dort offensichtlich
keinen Menschen, wie es den Inhaftierten geht.

Eine weitere Nebenwirkung der falschen Medikamentierung ist, dass
Andreas unter starker Vergesslichkeit leidet. So konnte er sich
beispielsweise nicht mehr an Herr Besken aus der Botschaft erinnern, welcher ihm mehrere Dokumente übergab. Auch stelle ich bei unseren Telefonaten immer mehr Sprachaussetzer fest. Das kann nur von den falschen Medikamenten und dem harten Knastalltag kommen, denn ich kenne Andreas als wissbegierig und gebildet, er konnte sich während seiner Zeit außerhalb vom Knast gut artikulieren und verfügte über ein ausgezeichnetes Gedächtnis.
Am 30.7 habe ich die deutsche Botschaft in Italien informiert, aber dort wird natürlich kein Finger gerührt.
Die einzige Möglichkeit, diese miserablen Lebensbedingungen zu
verändern, scheint direkter Protest durch die Gefangenen selbst zu sein. Zumindest dürfte dies die Schlussfolgerung der Gefangenen eines Knastes in Poggioreale (auch Neapel) gewesen sein, welche gerade im Moment mit einem Hungerstreik für bessere gesundheitliche Bedingungen kämpfen.

Andreas würde gerne selbst so viel an Alle in der Welt schreiben, aber leider ist er im Moment durch die zugefügten Torturen im Knast
eingeschränkt, also psychisch wie auch physisch so kaputt, dass er es imMoment nicht schafft. Wir telefonieren einmal in der Woche 10 Minuten, mehr ist nicht erlaubt. Er hat mich gebeten, von einem Mann aus Afrika zu berichten, der im Juli in Haft kam. Der junge Kerl, ca. Anfang 20, wurde im Haftraum sofort von einigen italienischen Gefangenen angegriffen, besser gesagt zusammengetreten. Als Andreas einschreitet, kamen gleich Angestellte und holten den Mann raus. Andi dachte zuerst, dass die zum Glück helfen und einschreiten, aber was er dann sah, glaubte er nicht; anstatt zu helfen, schlugen und traten die Schweine auch auf den jungen Mann ein. Zwei Tage später sah mein Mann den Afrikaner nicht mehr. Ein anderer Vorfall als Beispiel für rassistische Gewalt, ist ein Neuzugang von einem polnischen Bürger, welcher wegen
mehreren Messerstichen u.a. in den Hals jetzt im Krankenhaus liegt.

Zum Schluss will ich noch ein paar Worte von Andi zitieren:

„Bitte vergesst nicht, auch wir leben noch!! Auch wenn wir vegetieren
und Stück für Stück eingehen, bleiben wir stark, für alle die uns lieben
und uns respektieren!!
An alle in Haft lebenden, bleibt stark und glaubt an Euch.
Danke an alle, die uns in unserem Kampf unterstützen.

In Gedanken, euer Andi.

https://andreaskrebs.blackblogs.org/

(Ein Aktueller Update Artikel ist auch in der Gefangenen Info #417 Druckausgabe sowie Online verfügbar)

1. August 2018

Leider wurde unser Freund Andreas nun doch im Mai nach Italien ausgeliefert, jetzt sitzt er wahrscheinlich bis mindestens Juni 2019 im zweitgrößten Gefängnis Neapels: Secondigliano. Eines der wichtigsten Hochsicherheitsgefängnisse Neapels.

Wie es ihm dort ergeht, wissen wir bis jetzt noch nicht genau. Aber es sieht so aus, dass er dort durch die Wärter zumindest keine derartige Folter und Misshandlungen, wie er sie im Knast von Santa Maria Capua Vetere erleiden musste, zu befürchten hat. Er wird dort aber sicher nicht mit offenen, freundlichen Armen empfangen.

Der Prozess in Italien hat am 30. Mai begonnen.

Andreas war vor der Auslieferung körperlich und psychisch sichtbar gezeichnet durch die Haft-Bedingungen in den Knästen Volkstedt, Burg und zuletzt in Moabit. Es ist natürlich keine Überraschung, dass Knast scheiße ist und immer auch den Versuch darstellt, die Gefangenen gehörig zu machen und_oder ihren Widerstand zu brechen. Gefangenschaft besteht aus vielen sichtbaren und unsichtbaren Schikanen, täglicher Endwürdigung und hat die geistige und körperliche Zersetzung der Gefangenen zur Folge.
So wurde Andreas‘ kritischer Gesundheitszustand systematisch ignoriert und verleumdet. Medikamente sowie klinische Untersuchungen und Operationen wurden ihm verweigert. Zusätzlich waren die Knastbedingungen bei Andreas durch eine hohe Sicherheitsstufe und durch das polizei-staatliche Konstrukt der angeblichen Kontakte zu RAF-Mitgliedern verschärft.
In Bezug auf seine rechtliche Situation, Verlegung, Auslieferung, usw. wurden Andreas, seine Frau, seine Anwältin und sein ganzes Umfeld immer wieder in Unklarheit gelassen oder belogen. Ein perfides Spiel, das Ohnmacht und Verzweiflung, aber auch Wut und Hass produziert. Seine Verlegung nach Berlin-Moabit fand überfallartig statt und er war bis zum Schluss doppelt ausgeliefert: in unklarer, aber ständiger Erwartung der Auslieferung nach Italien.
Und trotzdem haben Sie, die Menschenjäger, die Wärter und die Henker, die Ratten der Massenverdummung (sogenannte Presse) und auch die (links-)politischen Moralisten, es nicht geschafft, das Band der Solidarität und den Kampf gegen die Welt der Knäste und Isolation zu unterbinden. Von finanzieller Unterstützung, Kundgebung, über Feuerwerk, Post, Infoveranstaltungen, …
Wir wollen und werden den Mut nicht verlieren und immer wieder die bürgerlich-staatliche Kälte durchbrechen. Auch wenn die Mittel oft bescheiden sind, so sind sie doch die Grundlage für die Flamme in unseren Herzen.

„Ich möchte keine Angst mehr haben müssen. Ich möchte so gern, dass mein Kopf wieder frei ist, ohne das Chaos darin.“ (Andi, Oktober 2017)

Freiheit und Glück für Andreas Krebs!
Gegen jede Gefangenschaft!
Nieder mit der Knastgesellschaft!

Zur Erinnerung:
Andreas war jahrelang in den Fängen der deutschen Justiz und saß insgesamt über 16 Jahre im Knast. Er ist ein rebellischer Gefangener, baute hinter Gittern die Gefangenengewerkschaft mit auf, führte diverse Hungerstreiks gegen die Knastbedingungen und beteiligte sich auch an einem Solidaritätshungerstreik für die Gefangenen in Griechenland. Bis heute veröffentlicht er immer wieder knastfeindliche Texte, in denen er den Alltag in Gefangenschaft beschreibt.
Eine Weile nach seiner Entlassung (Herbst 2014) lernte er seine jetzige Frau kennen. Beide entschieden sich einen ruhigen Lebensabend im Süden Italiens verbringen zu wollen. Ende Dezember 2016 kam es zu einer Auseinandersetzung mit seinem damaligen Arbeitgeber, wobei dieser 3 Tage später im Krankenhaus verstarb und anschließend eine Hetzjagd auf Andreas und seine Frau los ging. Via Facebook bekam seine Frau Morddrohungen, während er im Gefängnis Santa Maria Capua Vetere von den Familienmitgliedern des Verstorbenen, die noch immer in dem Knast arbeiten, misshandelt und gefoltert wurde.
Da das Überwachungsvideo Andreas‘ Aussage bestätigte, sich verteidigt haben zu müssen, kam er in den Hausarrest. Dort waren sie ständigen „Besuchen“ der Polizei und dem Hass aus Teilen der Bevölkerung ausgesetzt. „Mit einem Lynchmob war zu rechnen.“ (https://de.indymedia.org/node/13887 – Text der Rigaer 94)
Sie mussten fliehen und kamen zurück nach Deutschland, wo er nicht mal ein halbes Jahr später aufgrund eines europäischen Haftbefehls aus Italien mit Hilfe des MEKs wieder festgenommen wurde.

Denkt und schreibt an die Gefangenen!!!

Ihr könnt versuchen ihm zu schreiben:

Andreas Krebs
Sez. 1 Stz.1
Sez. Mediterraneo (CASA CIRCONDARIALE SECONDIGLIANO)
Via Roma Verso Scampia, 250,
Cap 80144 Napoli (NA),
Italy

Verweise

(https://www.abc-wien.net/?p=3921 (Offener Brief seiner Frau zur Verhaftung von Andreas am 31.07.17)
https://www.abc-wien.net/?p=4164 (Oktober 2017 – Brief von Andreas aus der JVA Volkstedt, Entführung durch LKA-Schweine)
https://de.indymedia.org/node/16820 (Dezember 2017 – Brief von Andreas zur Haftverlegung durch SEK und Psychoterror)
https://www.abc-wien.net/?p=4714 (März 2018 – Brief von Andreas über verweigerte ärztliche Behandlung, Gewalt unter Gefangenen und den Alltag in der JVA Burg)
https://www.abc-wien.net/?p=4744 ( April 2018 – letzter Brief von Andreas vor der Verschleppung in die Auslieferungshaft über die Zustände in der JVA Burg)

 

 

Gefunden auf www.gefangenen.info

29 Juli 2018

Im Mai 2018 ist mein Mann Andreas nach Italien ausgeliefert worden, obwohl Andreas krank ist. Und das ist kein Schnupfen!!! Hier in Deutschland mussten wir täglich kämpfen, dass ein Arzt eine Diagnose stellt. Er war schon in Volkstädt im Krankenhaus. Dort wurde durch Blut im Urin Probleme mit den Nieren festgestellt, die Folge war eine Operation. Ein Stein musste raus, danach war aber immer noch keine gesundheitliche Besserung in Aussicht. Hinzu kommen noch motorische Probleme, in Hüfte und Beinen. Ein Gutachten eines Neurologen wurde von Seiten des Gefängnisses natürlich nicht eingeholt. Ganz im Gegenteil: Statt sich zu kümmern wurde er nach Burg verlegt, gesundheitlich passierte, wie zu erwarten, auch dort nichts. Stattdessen ab in das Ausland. Auch hier geht es meinem Mann schlecht, dort ist die gesundheitliche Versorgung gleich null.

Dort gibt es eine Sanitätsstation die wahllos Tabletten austeile, egal ob sie den Häftlingen helfen oder nicht. So wurde Andreas mit Medikamenten versorgt die bei ihm starke Epilepsie auslösen und ihn ins Krankenhaus befördert haben. Aber statt einer Versorgung verbrachte er dort zwei Tage in Ohnmacht. Die Justiz redet von Tablettenunverträglichkeit, alles wieder okay. Aber nichts ist okay. Selbst im Krankenhaus musste Andreas erneut feststellen, dass er Blut im Urin hat, aber selbst dort wurde nichts gemacht. Nach dem zweiten Tag Aufenthalt ging es dann wieder zurück in den Knast. In Berlin wurde Andreas von der Ärztin gesundheitlich von den Medikamenten her eingestellt, es ging ihm gesundheitlich in der Freiheit sehr gut. Diese Medikamente werden ihm jedoch in jedem Knast verweigert!! Daher wird an meinen Mann herum getestet. Er ist ein Test-Opfer und wird immer Kränker „Toll!“. Erst in Deutschland interessierte es niemanden und in Italien geht es genauso weiter, das Interesse für die Gesundheit meines Mannes ist gleich null. Verhandlungen waren im Juni und Juli, sie wurden beide kurz vorher abgesagt. Wir warten die nächsten Verhandlungen im September und Oktober ab. Im Oktober soll es angeblich 3 Termine geben, aber man weiß ja nie ob sie sie wieder kurzzeitig verlegen und so jede Unterstützung von Andreas verhindern. Mein Mann hofft natürlich zu wissen was auf ihn zukommt und will nicht in Ungewissheit bleiben. Zur Zeit läuft die Anklage immer noch auf Mord, 24 Jahre Haft sind beantragt. Der Anwalt gibt sich in Italien echt Mühe und appelliert auf Selbstverteidigung, jedoch sollte niemand vergessen, dass noch alles offen steht!!! Auch kommt Andreas, auch wenn es in der Vergangenheit behauptet wurde, im Jahre 2019 nicht nach Deutschland. Nicht wenn es nach den Aussagen der Justiz in Italien geht. Jeder Tag für Andreas in Haft ist kein Leben, er sitzt mit 4 Mann auf der Zelle!!! Es gibt natürlich nie Ruhe und Leibesvisitationen sind an der Tagesordnung, was jedes mal sehr erniedrigend ist. Und Andreas freut sich natürlich über Post, also schreibt ihm bitte:

Krebs Andreas

st. 13 Sez.6

Via Roma Verso Scampia 250

Mediterraneo

CAP 80144 (NA)

-ITALY-

19. Juli 2018

[B] Farbe und Steine für den Staat und seine Repräsentant*innen – Angriff auf Andreas Geisels Bürgerbüro in Karlshorst (SPD)

 

Als kleines Zeichen der Solidarität und um zu zeigen, dass die von Repression betroffenen Menschen nicht vergessen werden, haben wir Andi und seine Gang in seinem „Bürgerbüro“ in Karlshorst besucht, um dort das nagelneu montierte Schild mit seiner Fresse und die Scheibe mit Steinen und viel pinker Farbe einzudecken.

Freiheit für alle politischen und sozialen Gefangenen!

Wenn wir an die Tage Anfang Juli zurückdenken, weckt das die Erinnerung an die Zeit, als 30000 Bullen die Kontrolle in ihrem Bullenstaat verloren. Aus dieser Zeit schöpfen wir viel Kraft und die Gewissheit, dass der Staat nicht unverletzbar und unumstößlich ist. Das letzte Jahr hat uns unter dem Eindruck der Hamburger Revolte gestärkt und so begegnen wir der Repression. Voller Zuversicht nehmen auch wir den erneuten Anstieg nächtlicher Militanz wahr.

Die vielen Repressionsschläge und das Konstruieren von Zeug*innenaussagen der Bullen vor Gericht sollen uns einschüchtern und vereinzeln. Der Sicherheitsapparat schlägt scheinbar wahllos um sich: trotz der massiven Datenauswertung, zahlreicher Hausdurchsuchungen, Überwachung und europaweiter Öffentlichkeitsfahndung kann die SoKo Schwarzer Block aber kaum mit Ergebnissen aufwarten.

Nach „dem“ Henkel versucht „die“ Geisel Berlin fest im Würgegriff der Sicherheitsmaßnahmen zu halten.
Innensenator Andi schließt sich dem bundesweiten Ruf nach „mehr Sicherheit“ (also Überwachung, (intelligente) Kameras, Aufrüstung der Bullen etc.) an. Andi bemüht sich dabei als „vernünftige“ Alternative zu den Hardlinern aufzutreten, um eine Verschärfung zu präsentieren, die im linksliberalen Wähler*innenklientel ankommt.
Andi ließ die Borni, die Teppichfabrik und die Friedel räumen. Andi handelt mit seinen Senatskolleg*innen und Parteigenoss*innen damit im Trend der neoliberalen Wohnungspolitik. Diese begegnet jeglichen Versuchen autonomer Stadtaneignung sofort mit aller Härte.
Teure Mieten, schlecht bezahlte und miese Jobs, rassistische Polizeiübergriffe und tägliche Schikane auf dem Amt,  gehören zum „sicheren“ Alltag in der kapitalistischen Stadt, was alle Parteien im Senat ohne Ausnahme propagieren.

Es gibt genügend Gründe warum wir Andi, die Soko Schwarzer Block und den Staat angreifen müssen. Das zeigt sich schon an der Masse an repressiven Maßnahmen zusätzlich zum repressiven Alltag: (eine unvollständige Liste zur Übersicht)

– 1 Jahr Friedel 54 Räumung und Räumung der Teppichfabrik
– Dezember Hausdurchsuchungen wegen G20
– Dezember Öffentlichkeitsfahndung wegen G20
– Februar Öffentlichkeitsfahndung wegen G20
– Mai Hausdurchsuchungen u.a. Kalabal!k wegen G20
– Mai Repression im Zuge der Hausbesetzungen #Besetzen
– Juni EU-Weite Hausdurchsuchungen (Spanien / Italien / Schweiz / Frankreich) wegen G20 und Haftbefehle
– Juni Hausdurchsuchungen in der Scharni 38 wegen GO-IN in der Bundespressekonferenz (Anfang des Jahres)
– Juni Festnahmen in Bure / Paris u.a. wegen G20
– Juni Hausdurchsuchungen wegen antirassistischen AD-Busting Aktionen
– Juni Hausdurchsuchungen in kurdischem Zentrum von Nav-Dem wegen Civaka Azad
– Juni 13 Bundesweite Hausdurchsuchungen wegen G20 und Haftbefehle
– Juni 2 Hausdurchsuchungen in Göttingen wegen Antifa-Arbeit gegen die AFD
– Juli Hausdurchsuchungen in Räumlichkeiten der Zwiebelfreunde

Das alles lassen wir nicht unbeantwortet.
Als kleines Zeichen der Solidarität und um zu zeigen, dass die von Repression betroffenen Menschen nicht vergessen werden, haben wir Andi und seine Gang in seinem „Bürgerbüro“ in Karlshorst besucht, um dort das nagelneu montierte Schild mit seiner Fresse und die Scheibe mit Steinen und viel pinker Farbe einzudecken.

 

Viel Kraft und Mut an alle Freund*innen in ihren laufenden Prozessen und Strafverfahren!

Freiheit für Isa, dessen Schauprozess am nächsten Montag weiter geht.
https://verfahrengebiet.noblogs.org/free-isa/

Freiheit für Nero, der im Tegeler Knast täglicher Schikane ausgesetzt ist.
https://freenero.blackblogs.org/

Freiheit für Andreas Krebs, dem trotz seines schlechten gesundheitlichen Zustandes „aus Sicherheitsgründen“ mehrmals der Zugang zu medizinischer Hilfe verweigert wurde
https://andreaskrebs.blackblogs.org/

Freiheit für Peike und alle anderen NoG20-Gefangenen, an denen der Staat seine Exempel statuiert.
https://unitedwestand.https://de.indymedia.org/node/22928blackblogs.org/

Freiheit für alle politischen und sozialen Gefangenen!

 

Autonome Gruppen

 (Gefunden auf Indymedia)

31. April 2018

Feuerwerk für die Gefangenen in Moabit

 

Wir haben in der Nacht auf den 1. Mai Isa, Michal, Andreas Krebs und alle anderen Gefangenen in Berlin Moabit mit Feuerwerk und Parolen gegrüßt.

Diese Geste steht für uns auch in dem Kontext der neuen Polizeigesetzesentwürfe in Sachsen und Bayern.

Es kann vor diesen dicken Mauern nur ein kleines Zeichen der Solidarität sein, eine Geste, die den Knastalltag für diesen Moment durch bricht.

Isa und Michal sitzen in Moabit, nachdem sie in der Rigaer Straße 94 vor 3 Wochen nach einer Razzia fest genommen wurden.

Andreas Krebs sitzt seit wenigen Tagen in Moabit, in Auslieferungshaft, und soll den Rest seiner Haft in Italien absitzen (Bericht über seine Situation: https://de.indymedia.org/node/13887).

Nachdem die Knallgeräusche der Raketen nachließen, hörten wir Jubelschreie aus den Zimmern bis auf die Straße hallen, ein Schauer lief über unsere Haut, ein erfreutes und zugleich trauriges Lächeln, was für eine verachtenswerte Gesellschaft, in der wir leben…

Dass die Bullen, die Richter*innen, die Staatsanwälte und all die Denunziant*innen, die uns auf der Straße fest halten oder bei der kleinsten Ungereimtheit zum Telefon greifen, ihren Lebenssinn darin haben, all diese Menschen hinter Mauern zu sperren, macht uns manchmal immer noch sprachlos und verdammt wütend.

Die Gefangenen brauchen unsere Solidarität, unsere Nachrichten und Angriffe hier draußen, um auch da drinnen weiter kämpfen zu können. Nur durch den permanenten Widerstand und den Glauben an ihre Taten, schaffen sie es aufrecht zu bleiben, sich nicht erniedrigen zu lassen von Schließern und sinnlosen Regelabläufen.

Es ist eine wirklich schöne und einfache Aktionsform. Geht zu den Knästen und schickt Raketen und Rufe über die Mauern!

Diese Geste steht für uns auch in dem Kontext der neuen Polizeigesetzesentwürfe in Sachsen und Bayern. Diese Scheiße soll uns einschüchtern, uns bei jedem Repressionsschlag die Kraft nehmen weiter zu kämpfen. Sie wollen damit all jene kriminalisieren und vorwarnen, für die in dieser Gesellschaft noch nie ein Platz vorgesehen war.

 

Gegen ihre Normierungen und Zwänge!

Nieder mit den Knästen!

Liebe und Stärke euch da drinnen!

Freiheit für Isa, Nero, Michal und Adreas!

 

Polizeiaufgabengesetz in Bayern:

 

DNA-Phänotypisierung, Gesichtserkennung auf Demonstrationen, Vorbeugehaft für „Gefährder“ etc.

(Quelle: https://de.indymedia.org/node/20562)

25. April 2018

Breaking News

Andreas wurde um 5uhr morgens, ohne ihm oder seiner Anwältin bescheid zu geben, von mehreren SEK Beamten in die Auslieferungshaft nach Berlin Moabit verlegt.  Sein gesundheitlicher zustand ist immernoch schlecht…. Zeigt euch solidarisch mit Andreas…

17 März 2018

Brief von Andreas Krebs über verweigerte ärztliche Behandlung, Gewalt unter Gefangenen und den Alltag in der JVA Burg

 

Nun sind es fast 3 ½ Monate seit meiner Zwangsverschleppung durch das SEK aus meiner Zelle in der JVA Volkstedt. 3 ½ Monate bin ich nun hier in Burg und meine Zeit geht nun langsam dem Ende zu bis zur Auslieferung. Je näher der Tag kommt, je nervöser und depressiver mit vielen Ängsten verbunden werde ich. 3 ½ Monate wurde ich jedes mal, wenn ich die Station wegen irgendetwas verlassen musste, ob Besuch oder sonstiges, von mehreren Beamten begleitet, egal wohin es ging. Selbst bei vertraulichen Arztgesprächen in der Krankenstation waren sie mit anwesend und hatten mich immer im Auge. Auf der Station kann ich mich zwar frei bewegen,aber ich weiß und merke, dass ich nach wie vor ganz genau beobachtet werde. Wenn ich während der Aufschlusszeiten mich einmal Tage lang nicht blicken lasse, weil ich ohnehin mit fast allen Gefangenen nichts anfangen kann (dazu gleich mehr), dann kommt schon mal jemand aus dem Dienstzimmer und erkundigt sich nett und höflich, ob alles in Ordnung wäre und es mir gut geht. Natürlich wissen sie auch, dass ich körperlich wie auch von meiner Psyche angeschlagen bin.

Erst vor kurzem habe ich mich von einer schlimmen Erkrankung nach fast zwei Wochen erholt. Ich lag fast 24 Stunden am Tag im Bett, hatte ständig Fieber, konnte kaum noch etwas essen und mir fiel es irre schwer meinen täglichen Anruf zu tätigen um Bescheid zu geben, wie es mir geht und so weiter. Von Anfang an habe ich die Vorführung zum Anstaltsarzt Dr. Klose verweigert. Ich war schon einmal für eine Woche hier in der JVA Burg bis man mich auf Grund der Zuständigkeit nach Volkstedt verlegte. In dieser Woche wurde ich bei meiner Einlieferung auf die Krankenstation gebracht und wurde dem Arzt vorgestellt. Durch das asoziale Verhalten des SEK bei meiner Festnahme (ich kam gar nicht dazu mich zu wehren) hatte ich eine Kopfverletzung. Dieser Arzt stellte sich mir erst auf Nachfragen mit seinem Namen vor. Ich erklärte ihm sofort, dass ich seit über zwei Jahren Medikamente nehme und ständig Blut pisse. Ich sagte ihm, dass ich täglich mehrere Tabletten, also mindestens 16mg Subutex nehme. Mit einer Arroganz stellte er mich als Lügner hin und behandelte mich wie das letzte Arschlosch. Er hörte nicht mal zu, erzählte mir etwas von einem Drogenausweis, den ich haben müsste und so weiter. Ich hatte keine Ahnung, was er damit meinte mit einen solchen Ausweis, versuchte ihm mehrfach zu erklären, dass ich mit Drogen nichts zu tun habe, sondern Schmerzpatient bin, und ich gab ihm die Adresse von meiner zuständigen Ärztin. Denn Typen hat wirklich nichts interessiert sondern immer nur seine scheiß Arroganz. Keine Blut- oder Urinuntersuchung, einfach nichts. Während meines Arztgespräches habe ich Dr. Klose auch darauf hingewiesen, dass ich seit Monaten ein Schreiben meiner Hausärztin wegen meiner Medikation, welche ich über zwei Jahre als Schmerzpatient bekommen, in meiner Krankenakte befindet. Er blätterte erstnmal ewig in der Akte herum und ist dann endlich auf das Schreiben gestoßen (daran sieht man mal, dass niemandem dieses Schreiben meiner Ärztin interessierte und dieses nur ignoriert wurde). Dr. Klose meinte dann nur: Das wäre doch ein Gefälligkeitsschreiben und so was hätte er auch schon gemacht. Ich war sprachlos und konnte dazu einfach nichts mehr sagen. Wo bin ich hier nur hingeraten? Warum macht man das mit mir? Warum hat keiner Rücksprache mit meiner Hausärztin gehalten um nachzufragen? Was unterstellt man uns? Meine Partnerin schickte vor Monaten sogar Röntgenbilder von meiner Hüfte in die JVA Volkstedt als ich mich noch dort befand. Auch darauf bekam ich nie eine Antwort, obwohl auf den Bildern zu sehen ist, dass mit meiner Hüfte etwas nicht richtig ist. (Bilder, die kurz vor meiner Inhaftierung gemacht wurden) Ich weißt einfach nicht mehr weiter und sowas nennen sie hier drinnen Ärzte. Die wollen nichts tun, haben draußen wahrscheinlich versagt und arbeiten darum drinnen. Ich musste ein paar Tage auf der Krankenstation bleiben und als ich Tags darauf auf die Toilette ging pinkelte ich wieder Blut. Sofort und ohne zu spülen, drückte ich die Glocke der Notrufanlage und schon hörte ich jemanden. Nach kurzer Schilderung kam nach nicht einmal einer Minute ein Beamter, eine Schwester und Herr Klose. Er sah in die Toilette, sah also dass Blut und dann tastete er meine Seiten am Oberkörper ab, wo die Nieren sitzen und meinte: Die wären nicht geschwollen, also alles nicht so schlimm. Es gab KEINE Untersuchung anschließend und es wurde dabei belassen. Ich fühlte mich jedoch so angeschlagen, dass ich nichts weiter darauf sagte, aber mich auch nicht wirklich mehr traute. Mehrfach am Tag sagte ich allerdings, dass es mir nicht gut geht, weil ich mein Medikament bräuchte. Auch darauf wurde NICHT reagiert, obwohl ich immer wieder darum gebeten habe, dass man doch meine Hausärztin kontaktieren soll, was auch nicht getan wurde. Mir ging es immer schlechter! An einem Mittwoch oder Donnerstag, ich glaube nach drei Tagen Aufenthalt in der Krankenstation wurde ich auf eine normale Station verlegt, in einen Einzelhaftraum. Ich war, obwohl es mir körperlich so mega schlecht ging, total sprachlos, weil fast ständig die Zellen offen gewesen sind und es sogar Telefon auf der Station gab. (Ich kenne ja nur Bayern). Nur hatte ich leider noch keine Möglichkeit zum Telefonieren, sondern musste erst einmal einen Antrag hierfür stellen. Ich lernte jedoch einen Gefangenen kennen, der mehrfach täglich mit seiner Partnerin telefonierte und ich hatte ihn darum gebeten, ob er nicht über seine Frau meine Partnerin kurz kontaktieren könnte, um sie über meine aktuelle Situation zu informieren. Natürlich hat er das auch gleich gemacht. Er gab seiner Frau die Telefonnummer und so konnte man einen kleinen Kontakt herstellen. Ich hatte ja nichts, keine Schreibutensilien, einfach nichts. Körperlich ging es mir immer schlechter und so ging ich zu einer Stationsbeamtin, die gerade da war und erzählte ihr alles wegen meiner fehlenden Medizin. Sie sagte, dass sie mir leider nicht helfen kann, aber wenn ich wollte, dann würde sie versuchen, dass ich wieder auf der Krankenstation aufgenommen werde. Ich überlegte, sah es aber als sinnlos an, weil warum sollte dieser Arsch im Spital seine Meinung ändern? Ich war doch der Lügner und ein Stück Dreck. Genau so hat er mich behandelt und das ist auch keine Einbildung oder Überreaktion. Denn es gibt den ein oder anderen Beamten, die mich verstanden und selbst sagten, dass seine Arroganz gegenüber Gefangenen einfach unterste Schublade ist. Diese Beamtin also hat mir aber angeboten, dass ich über sie telefonieren darf, wenn ich möchte, was ich sofort dankbar angenommen habe und ich mir dabei gleich dachte: Das wäre in Bayern gar nicht möglich, niemals! In Bayern darf man mal anrufen, wenn zuhause wirklich was schlimmes passiert ist und dann auch nur im Beisein des Beamten, der mithört. Nicht zu vergessen, dass man aber vorher einen Antrag mit Begründung schreiben muss. Die einzige legale Möglichkeit, dass man in Bayern hin und wieder mal telefonieren darf, ist wenn man sich mit einem der beiden Kuttenbrunzer (auf gut bayrisch gesagt) gut stellt und auch regelmäßig ihren Gottesdienst besucht. Die Anstaltsgeistlichen in Bayern haben auch immer in ihrem Büro ein ganzes Arsenal an Tabak und Bomben (Kaffeegläser) im Schrank eingesperrt ist, und wenn man mal richtig blank ist, und dass sind wir alle fast immer, rückt einer der beiden Kuttenbrunzer immer mal etwas raus, natürlich gegen eine Gegenleistung. Man sollte also hin und wieder sich Sonntags zur Kirche melden über den Stationsbeamten und in der Kirche irgendwie am besten bemerkbar machen, vielleicht am lautesten singen, damit der Pfarrer auch registriert hat, dass du da gewesen bist. Ein oder zwei Tage darauf schreibt man dann ein paar persönliche Zeilen im verschlossenen Umschlag, dass man gerade so knapp bei Kasse ist. Der kommt dann auch irgendwann persönlich vorbei und bringt einem eine Kleinigkeit. Na auf jeden Fall war ich hier n Burg über die Beamtin total überrascht, dass sie mich einfach hat anrufen lassen ohne dass ich dieser Frau eine großartige Story habe erzählen müssen. Als meine Frau abgehoben hat, erzählte ich ihr sofort mit meinem Problem mit diesen Anstaltsarzt Klose und das er mir irgendetwas von einem Giftausweis erzählte und mich abservierte ohne dass er mir half, wie als wäre ich ein Lügner. Meine Frau die auch viel im Medizinischen Bereich tätig ist, verstand sofort, was er meinte und sagte, dass sie eine ärztliche Bestätigung von unserer Ärztin besorgt und auch unsere Hausärztin darüber verständigt. Die Beamtin, die bei dem Telefonat mit anwesend war, hörte also selbst, dass ich keinen Schmarrn erzählte, konnte mir aber trotzdem nicht helfen. Einige Tage später sagte sie aber zu mir, dass sie die ersten Tage schon befürchtete durch den Entzug meiner Medizin, dass ich umkippen würde und ein Arzt gerufen werden müsste. Ich kam ja dann nach einer Woche wegen der Zuständigkeit (da ich zu der Zeit offiziell nur wegen Fahren ohne Führerschein in Haft war) in die JVA Volkstedt und dann wie bereits berichtest mit dem SEK Anfang Dezember wieder zurück in die JVA Burg. Fast siebzehn Jahre Hafterfahrung besitze ich und habe alles im bayrischen Vollzug abgesessen, bis zum letzten Tag. Und darum habe ich noch nie einen Vollzug erlebt wie es ihn hier gibt. Knast ist Knast, so oder so ist man seiner wertvollen Freiheit beraubt, aber ich bin sowas von sprachlos über diesen Vollzug! Alles was ich hier nun schreibe habe ich noch nie in einem bayrischen Vollzug erlebt, was man hier als Gefangener für Möglichkeiten hat. Nicht ansatzweise wäre ein Vollzug wie er hier ist, in Bayern vorstellbar! Das fängt schon an beim Aufschluss. Auch beim Essen gibt es wirklich nichts zu meckern! Während des Aufschluss kann man wirklich tun und machen, was man möchte, etwa in den Billiardraum oder Tischtennisraum gehen, auf dem Gang telefonieren, Dart spielen, oder in der Stationsküche, die groß und voll ausgestattet ist, kochen und backen. Beim Einkauf habe ich noch nie in fast 17 Jahren so eine Einkaufsliste gesehen! Man bekommt wirklich alles! Wenn man nicht unbedingt am Dienstzimmer klopft und bis auf den Auf- und Einschluss sieht man auch keinen Beamten. Man hat seine Ruhe, wenn man möchte und ich muss sagen, im Vergleich zu Bayern sind alle bis auf einen vom Besuch, worauf ich noch kommen werde, verdammt höflich und nett. Ich muss es nochmals sagen, falls sich der ein oder andere wundert, weil ich sogar über die Bediensteten berichte, ich kenne sowas nicht aus Bayern! Da sind die Beamten super unhöflich, nicht wirklich alle, aber sicher 90 Prozent von denen. Hier hört man immer ein Bitte oder Danke und sogar bei allgemeinen Durchsagen, die ganz selten vorkommen, bitte oder danke. Ich fühlte mich hier bis auf die ärztliche Versorgung mehr als Mensch behandelt als in Bayern. Dort ist es meist so, dass man einfach nur weggesperrt wird und die Beamten sich einen Scheißdreck um einen kümmern. Man bekommt es täglich zu spüren und die Hauptsache dort ist, dass der Gefangene in seiner Zelle sicher untergebracht ist. Ich habe vom bayrischen Verwahrvollzug, nicht anders kann man diesen bezeichnen, einen wirklichen Dachschaden davon getragen. Und gerade Familie, Freunde und Partnerin, die einen kennen, die bekommen nach einer langjährigen bayrischen Inhaftierung einen ganz anderen Menschen zurück! Verhaltensgestört, eher schlimmer als vorher wird man dort entlassen. In Bayern wäre es ihnen am liebsten, wenn der Gefangene sich gleich von Anfang an zur Ratte entwickelt. Wenn man ihnen schön fest in den Arsch kriecht und seine Mitgefangenen verrät, dann kann man vielleicht etwas erhoffen und leider gewinnen sie oft mit ihren Systemen. In meinem jetzigen Vollzug darf man seine Zelle richtig gemütlich ausstatten, man darf hier Musik CDs haben, große Stereoanlagen, Playstation, Kaffeemaschinen, DVD-Player und und und. Klar gibt es auch Nachteile wie etwa, dass man sich keine Briefmarken schicken lassen darf, oder etwas private Sportkleidung. Sogar Langzeitbesuch darf hier jeder haben, dass ist alles unvortsellbar in Bayern. Ein Freund zum Beispiel durfte mir nie in Bayern Bücher schicken, hier schon. Selbst meine Anwältin sagte, dass wenn sie hier anruft, sie noch keine Anstalt erlebt hat, die so kooperativ ist. In Bayern oder auch die meisten Anstalten in der BRD darf der Inhaftierte nur zwei mal im Monat Besuch haben. Hier darf man so oft man möchte und es die Kapazitäten her geben, Besuch haben. Maximal am Stück zwei Stunden. Wenn man also zeitig die Besuchsanträge stellt, kann man auch zwei mal in der Woche Besuch empfangen. Das ist erst mal abgefahren! In Volkstedt hatte ich nur einmal im Monat 2 Stunden Besuch und die hat es nicht interessiert, woher deine Angehörige kommen, ob aus Berlin oder Bayern. Die waren knallhart! Und auch in Bayern sind zwei Stunden Besuch im Monat die Regel. Allgemeine Anträge, die man hier stellt, werden so schnell bearbeitet, wie ich es wirklich sehr selten erlebt habe. In Volkstedt bei diesem Pack konnte man froh sein, wenn man nach ein paar Monaten eine Antwort bekam. Meistens musste man dort zig mal nachfragen, sonst wäre überhaupt keine Antwort gekommen. Zwar waren die Bediensteten auch sehr höflich und man hatte seine Ruhe, aber schlimm war es mit dem Pack, die nach den Stationsbeamten kamen. Und deswegen ging ich auch so oft an die Decke! Denn das, was sich dort stellvertretende Hausdienstleitung, Hausdienstleitung oder das Oberarschloch von Anführer dieser Anstaltsleiter Winterberg erlaubten, ist eine richtig krasse Nummer gewesen! Man belog meine Anwältin als sie nachfragte, was es damit auf sich hat, mit meiner Zwangsausführung mit dem LKA und so weiter. Al sich mit dem SEK hierher verschleppt wurde, war hier eine helle Aufregung wegen mir. Der muss denen eine Story erzählt haben, dass hier richtige Sicherheitsauflagen wegen mir verfügt wurden. Bis noch vor drei Wochen ca. waren immer mehrere Beamte an meiner Seite, egal wohin ich musste und ich habe erst lange nicht verstanden, warum das so ist und fragte mich, was ich verbrochen habe, dass man so mit mir verfährt. Nach und nach kapierte ich es dann. Volkstedt bzw. ein Hausdienstleiter machte eine Anzeige gegen mich wegen Beleidigung gegen seine Person im Internet. Das ist mir aber scheiß egal!!! Von mir aus kann er mich auch zwanzig mal anzeigen, ich werde meine Schilderungen niemals zurück nehmen. Es passte nur keinem in Volkstedt, dass ich so offen über ihre Machenschaften berichtete und weil sie und das LKA angepisst waren, weil ich niemals zu einer Zusammenarbeit bereit gewesen bin, egal was mir droht!!! Auf das übelste wurde ich in einer Stellungnahme aus der JVA Volkstedt von diesem Schwein Winterberg schlecht gemacht. In dieser Stellungnahme war gleichzeitig auch eine Stellungnahme von der Führungsaufsichtsstelle. In dieser wurde ich als gefährlich und in keinster Weise kooperativ dargestellt. Als Begründung gab man an, dass ich keine Deliktaufarbeitung zu einer Tat machte, welche ich 1999 begangen habe. Dieser miese Bericht der Führungsaufsicht stammt aus dem Jahr 2016. Führungsaufsicht hatte ich zum Schluss nur wegen ganz anderen Dingen und als Auflage vom Gericht festgehalten Arbeit- und Wohnortwechsel. Darum habe ich es nicht als notwendig angesehen, einem fremden Menschen der ohnehin meines Erachtens keinerlei Feingefühl für einen Menschen wie mich hatte, über eine Tat zu reden, was zig Jahre zurück liegt und was nichts mit der jetzigen Verhängung der Führungsaufsicht zu tun hatte. Darum gab es für mich keinen Grund, warum ich mehr mit dieser Person reden sollte als notwendig. Dieser Typ wollte von Anfang an alles Private bis ins kleinste Detail wissen und das wollte ich nicht! Ich habe über diese Tat aus dem Jahr 1999 noch nie mit jemandem gesprochen, warum also jetzt nach so vielen Jahren, und dann auch noch ein Wildfremder. In den ganzen Jahren als ich in Freiheit gewesen bin und Führungsaufsicht verhängt bekam, war noch nie die Rede von einer Deliktaufarbeitung, sondern immer nur Arbeit- und Wohnortwechsel. Plötzlich wohne ich in Brandenburg, wo die dortige Führungsaufsicht zuständig ist für mich, möchte man auf einmal sowas. In seinem Bericht war kein einziges positives Wort von mir. Der war nur sauer, weil ich nicht über das mit ihm gesprochen habe, was er wollte. Ich werde aber auch in Zukunft keine Deliktaufarbeitung machen, für Sachen die bald 20 Jahre zurück liegen. Ich bin so erschrocken, als ich die Stellungnahme von Volkstedt gelesen hatte. Ist er Gutachter? Der ist doch gar nicht kompetent ein solches psychologisches Profil zu erstellen. Nun dann sage auch ich dass der Anstaltsleiter Winterberg und der Mensch von der Führungsaufsicht eine narzistische Persönlichkeitsstörung mit sadomasochistischen Neigungen haben. Leider würde es den Rahmen sprengen, wenn ich die Stellungnahme der beiden oben genannten Personen mit veröffentlichen würde. Aber wer das hier liest und diese Stellungnahme gerne sehen möchte, kann mich jederzeit, solange ich noch in Deutschland bin, kontaktieren. Nun weiter zur JVA Burg. Als ich durch das SEK hierher gebracht wurde, kontaktierte meine Anwältin die Volkstedter Anstaltsleitung und hat um eine Erklärung gebeten. Die haben sie erst mal rotze frech angelogen und das nicht nur einmal! Erst als ich eine Stellungnahme von denen ans Gericht gelesen habe, fiel ich aus allen Wolken und ich bin total auf die angefressen. Solche Schweine in Volkstedt! Ich habe niemandem etwas getan und nur weil ich nicht bereit war mit denen zusammen zu arbeiten. Als ich von meiner Zwangsvorführung mit dem LKA voriges Jahr berichtete, wurde das nach Bekanntwerden sofort von Winterberg und so weiter abgestritten. Ich stand da wie ein Lügner und nur wenige glaubten mir. Erst als eine Abgeordnete eine offizielle Anfrage stellte, wurde allen klar, dass ich bis ins kleinste Detail die Wahrheit sagte. Mittlerweile bin ich froh, dass ich hier bin und der Vollzug wäre so ganz gut auszuhalten, wenn nicht die meisten Gefangenen so krass drauf wären! Ich weiß nicht woran es liegt, dass die Gefangenen hier im Osten schlimmer drauf sind, wie woanders. Auch hier in Burg ist die Mehrzahl der Gefangenen rechts eingestellt. Zwar nicht ganz so wie in Volkstedt, da die Menschen dort ihre rechte Gesinnung viel offener ausleben können, wie ich bereits berichtete, aber dennoch genauso extrem. Natürlich ist hier der Ausländeranteil viel höher, aber da scheren sich die Rechten einen Dreck drum. Ich hatte leider erst vor kurzem zwei Auseinandersetzungen in Folge, die ich aber auf meine Art ganz gut geklärt habe. Hier gibt es keinen Zusammenhalt, wenn es drauf ankommen würde, so wie ich es eigentlich kenne. Ganz im Gegenteil. Bei mir auf der Station wurden Mitgefangene ohne Grund auf das übelste schikaniert und mißhandelt. Es sind viele die gerne den Chef raushängen lassen, die in einer Gruppe von vier Mann auftreten, einen auf Gangster machen und sich den Kleinsten und Schwächsten auf der Station aussuchen und dann auf den Gang rufen: Hey du Arschficker, komm her sonst gibt’s eine auf die Fresse und so weiter. Das geht soweit, dass sie ihn sogar ein Knastmesser an den Hals halten. Habe es mehr als einmal mitbekommen. Dieses Opfer war dermaßen verstört, voller Angst und eingeschüchtert, dass sogar ein Blinder erkennt, dass mit dem etwas nicht stimmt. Ich möchte gleich dazu sagen, dieser Kerl ist kein Vergewaltiger oder ähnliches ist, kein Verräter und hatte nur wenig Schulden. Es gab keinen Anlass für diese Schweinerei! Leider habe ich es viel zu spät bemerkt, was sie mit dem Kerl gemacht haben, sonst hätte ich Partei ergriffen, so wie ich es sonst auch mache. Er hat sich auf eine andere Station verlegen lassen und nun suchen sich diese Schweine ein neues Opfer. Es gibt hier viele, die sich nicht so wehren können und auch nicht gerade die hellsten Glühbirnen sind. Solche werden erst mal von ihren Elektrogeräten erleichtert. Ob der Typ will oder nicht, er gibt sein Zeug ohne irgendein Widerwort her. Es gibt auch Leute, die noch so jung sind, dass sie regelmäßig ihr eigenes Kindergeld auf ihr Gefangenenkonto einbezahlt bekommen. Es dauert nicht lange und die halbe Station sitzt bei dem in der Zelle und zieht ihn ab. Sie lassen sich alles von dem kaufen, bis er nichts mehr hat. Er macht das natürlich total gerne, weil er glaubt, dass das gerade alles seine Freunde sind. Aber plötzlich als dreitausend Euro auf den Kopf gehauen bzw. aufgeteilt wurden, waren alle weg. Leider sind das keine Einzelfälle und es beteiligt sich die halbe Station an diesem Raub. Diese Menschen werden dann wieder behandelt wie der letzte Dreck durch ihre Mitgefangenen. In manchen Gefängnissen außerhalb von hier, da hätten solche Ratten von den Mitgefangenen auf’s Maul bekommen! Es gibt auch welche, die zu sexuelle Handlungen gezwungen werden. Auch das passiert immer öfter. Das Schlimme ist für mich, dass hier alles mit Kameras überwacht wird und jedes Stationsbüro mit mindestens drei Beamten, aber niemand von denen sieht das oder will das sehen mit den Mißhandlungen. Es nimmt mich schon sehr mit, wenn ich sehe, wie sich die Gefangenen untereinander fertig machen! Sowas, also solch ein Verhalten kenne ich nicht aus Bayern! Die Menschen konzentrieren sich mit ihrer überschüssigen Energie auf Aktionen gegen das System. Aber niemals würde es sowas geben, dass die eigenen Jungs sich Gefangene suchen und dann mißhandeln in irgendeiner Form! Das würden schon die Gefangenen untereinander nicht zulassen! Hier sind jeden Tag irgendwelche Vorfälle. Es gibt auch die, die das Gerücht streuen, sie wären Angehörige berühmter Rockerbanden. Das wird dann auch noch geglaubt und die Leute scheißen sich dann so richtig ein vor denen. Ich habe noch nie so viele Leute im Knast getroffen wie hier in Burg, die zu großen Rockerclubs gehören, oder sich hier dann sich mit Namen von Anführern aus diesen Clubs profilieren. Sicher gibt es auch wenige die wirklich dazu gehören. Dann gibt es hier viele, die bis oben hin zu sind mit irgendwelchen Mitteln und die stürzen dann den ganzen Abend auf dem Gang herum. Teilweise sind die so platt, dass sie kaum mehr richtig laufen können. Diese Schwachköpfe interessiert gar nicht, dass hier alles optisch überwacht wird. Aber dann wundern sie sich, wenn hier große Filzaktionen durch eine Sicherheitstruppe mit Drogenhund gemacht werden und dann Gefangene erwischt werden mit irgend etwas, wegen der Dummheit und Arroganz von anderen. Und wenn dann Großfilzung ist und viele erwischt werden, dann heißt es sofort: Verrat, Verrat. Das sie dafür verantwortlich sind, soweit denken sie gar nicht nach. Andere leiden dann dadurch und werden erwischt. Viele Gefangene kennen gar nichts anderes als den Knast in Burg. Ich genieße manche Möglichkeiten regelrecht. So zum Beispiel mache ich mir alle paar Tage ganz viele und leckere Pfannkuchen! Zu geil, dass man hier kochen kann und auch noch was man möchte! Oder das telefonieren! Wahnsinn und ich bin immer ganz aufgeregt, auch nach sieben Monaten, wenn ich zum Telefonhörer greife! Für mich ist das alles gar nicht selbstverständlich! Man hat hier beim Einkauf sogar die Möglichkeit von Pornozeitungen. Wenn ein Beamter in Bayern so eine Zeitung bei einem Gefangenen finden würde, gäbe es richtig Ärger und ein Disziplinarverfahren. Ja, das Wichsen ist und auch nicht erlaubt in Bayern. Ist das nicht abgefahren? Ich kann nur jedem der mit dem Vollzug zu tun hat, das Buch „22 Jahre Knast“ von Dimitri Todorov empfehlen! Er spricht mir so aus der Seele! Allerdings verharmlost er vieles. So habe ich in Bayern oft erlebt, dass wenn schwule Gefangene in Amberg oder Straubing bei sexuellen Handlungen erwischt werden, sie ein Disziplinarverfahren bekommen. Das ist keine Seltenheit gewesen und habe ich sehr oft mitbekommen. Ich kann das Buch nur empfehlen, egal ob für Insassen oder Leute draußen. Zu meinem Erschrecken hat sich bis HEUTE kaum etwas im bayrischen Vollzug geändert. Die Erzählungen aus der Haft fangen in den 70er Jahren an und gehen bis Ende der 90er Jahre. Bis auf dass der Gefangene nun ein TV-Gerät haben darf, ist die Zeit weiter stehen geblieben und alles was er darin schildert, ist auch heute noch so. Seit einigen Wochen ruft meine Anwältin regelmäßig bei der Anstaltsleitung an, weil es mir gesundheitlich immer schlechter geht. So kann ich zum Beispiel immer schlechter Laufen und meine Beine tun scheiße weh. Die Motorik ist nicht mehr in Ordnung und egal in welcher Stellung ich mich befinde, ich könnte schreien. Vor einigen Tagen knickte ich dann auch noch weg und zwei Mitgefangene mussten mir auf die Beine helfen. Ich bekomme zwar deswegen seit einem halben Jahr 3x täglich 100er Tramadol, aber bis auf einer Abhängigkeit helfen sie nicht bzw. nicht mehr. Da ich also Probleme mit dem Anstaltsarzt habe, hat sich die Anstaltsleitung diesen vorgeknöpft und mit ihm gesprochen. Daraufhin meldete ich mich per Antragsschein zu ihm und zu meiner Überraschung (bis auf ein paar Klugscheißereien) war er wie ausgewechselt. Verschiedene Untersuchungen brachten nichts und ich wartete nun auf die Vorstellung zu einer Neurologin, die bald in die Anstalt kommen soll. Ich erklärte ihm (Hr. Klose), dass ich gerne noch vor der Auslieiferung richtig untersucht und gegebenenfalls auf Medikamente eingestellt werde, da leider in Süditalien/ Napoli ein ganz anderes Lüftchen weht. Der Klugscheißer versteckte sich hinter der EU und er will das nicht glauben. Bis er dann verstanden hat, dass ich dort schon in Haft gewesen bin. Da ich draußen Schmerzpatient war und immer wieder von Ärzten die Sprache vom Verdacht auf MS gewesen ist (ich berichtete bereits mehrfach darüber) – auch mit meiner Hüfte ist ein Problem aufgetreten, sagte er zu mir fast wortwörlich: Kein Krankenhaus stimmt für eine stationäre Aufnahme zu, da dies für eine ausführliche Untersuchung notwendig wäre. Das Krankenhaus verweigert die Aufnahme von mir deswegen, weil ich laut Dr. Klose gewisse Sicherheitsauflagen habe und nur mit SEK ausgeführt und rund um die Uhr an meiner Seite hätte. Da es also zu einem Schusswechsel kommen könnte, verweigert man die Aufnahme von mir. So seine Aussage. Ich war sowas von sprachlos und weiß gar nicht mehr, was ich darauf sagen soll! Laut Dr. Klose wären sie im Recht und es würde alternativ kein Haftkrankenhaus in der ganzen BRD geben, wo solche ausführlichen Untersuchungen gemacht werden. Außerdem, so meinte er, wäre eh nicht mehr genug Zeit hierfür, da die Auslieferung nicht mehr weit weg ist bis zum Termin. Ich verließ den Arzt und dachte nun seit dieser Aussage von ihm nach, wie es mit mir überhaupt weitergehen soll. Ich verstehe das immer noch nicht, da ich in Volkstedt vier mal plus eine stationäre Aufnahme wegen einer Nieren-OP vorgeführt wurde, mit zwei bis drei normalen Vollzugsbeamten. Nun plötzlich mit SEK? Darüber kann sich nun jeder, der das liest, seine eigenen Gedanken machen. Wie es weiter geht, weiß ich nun auch nicht. Ich bekomme auf jeden Fall keine Hilfe! Seit einigen Tagen bemerke ich, dass meine Beine total heiß und dick sind. Dazu kommt, dass ich immer öfter ob links oder rechts, keine Kraft in den Armen und Händen habe und sogar immer öfter die Zigarette aus meine Fingern verliere. Oder das Schreiben schmerzt. Auch wenn ich den Telefonhörer in der rechten Hand halte, das nach kurzer Zeit nicht mehr geht. Das mit meinen Armen und Händen habe ich noch niemandem erzählt, aus Angst dass man mir nicht glaubt oder als Lügner hinstellt. Das wäre ja nicht das erste mal. Also belasse ich es dabei. Tja mir fehlen einfach die Worte zu dem, was dieser Arzt da erzählt und ich bin am überlegen, dass ich gar nicht mehr zum Arzt gehe. Dann spare ich mir jeden Ärger und muss mir nicht eine solche Scheiße anhören! Ich schütze mich einfach selbst. Ich möchte gar nicht wissen, wie vielen Menschen hier innen es ähnlich geht wie mir. Vor einer Woche ca. Traf mich ein weiterer Hammer. Ich bekam 17 Seiten vom italienischen Gericht, davon einige Seiten in einem unglaublich schlechten Deutsch übersetzt, dass man die Zusammenhänge erraten musste. Hier wurde nur mitgeteilt, dass ein Verhandlungstermin für den 9.5.18 angesetzt wurde, zu meinem Entsetzen mit fünf Angehörigen jeder mit seinem Anwalt des Opfers, wo jeder in der Verhandlung gehört wird. Für mich war hier schon klar, obwohl ausreichende Beweise für mich sprechen (Videomaterial), dass die Verhandlung ein Drama wird und schon im Vorfeld alle voreingenommen sind! Keiner dieser fünf Angehörigen kennt mich persönlich, noch war irgendjemand bei dem Unglück mit dabei. Acht Geschworene sind mit anwesend, die bereits im November vereidigt wurden. Es stand also da schon ein Termin für die Verhandlung fest, ohne dass wir hier in Deutschland etwas wussten. Als ich diese Unterlagen bekam, hatte ich Tags darauf Besuch von meiner Partnerin und einer guten Freundin. Ich wollte diese wichtigen italienischen Unterlagen mit zum Besuch nehmen und beim Besuch meinen Angehörigen diese Unterlagen übersetzen und mit ihnen gemeinsam Punkt für Punkt besprechen, da es ja auch um die bevorstehende Auslieferung geht. Ich stellte nach Erhalt der Unterlagen vom italienischen Gericht einen Antrag mit der Bitte, diese Dokumente mit meinen Angehörigen besprechen zu dürfen, da das meiste darauf italienisch geschrieben ist und keiner von ihnen italienisch lesen und sprechen kann. Zudem handelte sich einiges um Fristsachen. Meine Angehörigen arbeiten zudem mit meiner Anwältin eng zusammen. Auf der Station hieß es dass das kein Problem wäre und ich wurde kurz vor 13 Uhr zum Besuch gebracht mit den Unterlagen und dem Antragsschein. Mein Stationsbeamter sprach noch kurz mit dem Besuchsbeamten, bekam aber keine Antwort von ihm. Auf dem Weg zum Besuchsraum wurden mir dann die italienischen Unterlagen von diesen Besuchsbeamten Herr Kirste abgenommen. Ich dachte erst, er sieht sich diese erst mal an. Aber als ich dann aufgerufen wurde zum Besuch, meinte dieser mit ener Arroganz und Hochnäsigkeit, vor den anderen Mitgefangenen, dass ich das vergessen und nicht mit meinem Besuch besprechen kann. Wir sollten das gefälligst im Brief machen. Ich erklärte, dass es um meine Auslieferung u.a. geht und diese unnmittelbar bevorsteht. Da meinte er nur, ach mit ihrer Auslieferung da ist noch Zeit. Worauf ich meinte, dass er dann mehr wüsste als mein Anwalt. Entweder machte er irgendeine Grimasse oder ähnliches, denn ich hörte Gelächter aus dem Warteraum, wo die anderen Gefangenen auf ihren Besuch warten und bei denen der Beamte gestanden ist. Oder diese Nazis haben sich darüber lustig gemacht, dass wieder ein Ausländer abgeschoben wird. Sie kannten mich ja nicht und aus dem Gespräch zwischen mir und den Beamten ging nur hervor, dass ich ausgeliefert werde. Es war auf jeden Fall richtig gemein von diesem Kirste und er hat es mich richtig spüren lassen, dass er der Chef hier ist. Es war ihm egal, was man mir auf der Station sagte. Es interessierte ihn auch nicht, dass mein Besuch das Italienische nicht versteht. Ich sprach kein Wort mehr, auch als er zu mir und meinem Besuch kam und einen neuen Besuchstermin vereinbarte. Einer meiner Besucher stellte ihn zur Rede, fragte ob wir diese Unterlagen nun haben können, wo er plötzlich meinte, dass er unsere Situation versteht (Heuchler), aber wenn das jeder machen würde blablabla – wie jeder? Mir drohen dreißig Jahre und man will mich ausliefern in Kürze und er spricht von jeder? Was zum Teufel hätte dagegen gesprochen, wenn ich mit meiner Angehörigen gemeinsam diese italienischen Unterlagen durcharbeite, besonders weil verschiedene Termine anberaumt wurden, also Fristsachen? Was hat ihn das zu interessieren, es kann ihm wurscht sein, was wir besprechen. Hier geht es schließlich um etwas und ich würde nie fragen, wenn es nicht wichtig wäre, nie! Ich rede nie wieder solange ich hier bin ein Wort mit dem. Schlimm, wenn man einer Situation so ausgeliefert ist, er hat diese wichtigen Unterlagen meinen Angehörigen nach dem Besuch auch nicht ausgehändigt, obwohl ich darum gebeten hatte. Erst spät Abends bekam ich diese Unterlagen zurück auf meiner Station. Nun mal abwarten wie es bei mir weiter geht in der Auslieferungssache und ärztlicher Behandlung. Die Angst bleibt und meine Nächte haben sich nicht gebessert, immer noch so gut wie ohne Schlaf. Ich sitze so oft auf dem Stuhl oder auf der Bettkante und blicke Stunden lang in das Leere, mit den Gedanken total abwesend. Aber auch meine Schmerzen schaffen mich mittlerweile. Ich möchte mich noch bedanken, bei allen für ihre Solidarität und Anteilnahme, dass ich nicht alleine bin und wir, meine Partnerin und ich, soviel Unterstützung bekommen! Vielen Dank an euch alle! Es ist schön jeden Tag zu wissen, dass ich so viele liebe Freunde an meiner Seite habe! Ohne diese würde ich das alles nicht durchstehen. Es gibt vereinzelt liebe Menschen für die mein Schicksal eine große Belastung ist. Sie stecken ihre ganze Energie in meine Sache und das tut mir leid, weil sie auch leiden. Aber sie sollen wissen, dass ich ihnen für alles sehr dankbar bin. Ich sende euch allen herzliche Grüße und jeden einzelnen eine dicke Umarmung. Euer Andi JVA Burg, den 17.3.2018 Schreibt Andi an: Krebs Andreas c/o JVA Burg Madel 100 39288 Burg

09. Januar 2018

 

Am 4. Dezember 2017 gegen 11.30 Uhr saß ich in meiner Zelle in der JVA Volkstedt und schrieb gerade einen Brief, als meine Zellentüre aufging und zwei Beamte davor standen und meinten, dass ich kurz aus meiner Zelle kommen soll. Ich ging davon aus, dass mein Haftraum durchsucht wird und ging raus auf den Gang.

Hier bemerkte ich schon im Vorfeld, dass etwas nicht stimmt.

Zwanzig Meter weiter am Ende des Ganges stand der Hausdienstleiter und der Sicherheitschef, beides Arschlöcher vom Dienst, die meinten ich soll in dem vor ihnen liegenden Raum. Ich trat ein und war total erschrocken. Vor mir standen fünf schwarz vermummte und ich erkannte sofort, dass es sich um ein SEK-Einsatzkommando handelt.

Sofort sagte einer: „Sie werden jetzt in eine andere Haftanstalt gebracht – sind sie kooperativ?“

Ich „Wohin geht es?“

Er: „Das können wir ihnen nicht sagen.“

Ich: „Ich würde gerne meine Anwältin anrufen!“

Er: „Jetzt im Moment nicht.“

Dann musste ich mich vor insgesamt neun Personen nackt ausziehen. Dabei verlangte man von mir, dass ich meine Arschbacken auseinander ziehe und dabei vorne über beuge, sowie meinen Intimbereich anhebe so dass man unten rum alles sehen kann. Die Fußsohlen zeigen und dann wurde mit einer Taschenlampe mein ganzer Mundbereich durchsucht. Eine unglaubliche Erniedrigung und ich fühlte mich total eingeschüchtert.

Während dieser Untersuchung kontrollierte ein anderer meine ganze private Kleidung, die ich vorher am Leib hatte. Ein anderer holte aus meiner Zelle eine Anstaltsjacke in der ich in der rechten Tasche noch eine Tablette versteckte. Diese Jacke wurde wurde auch sehr gründlich kontrolliert, aber trotzdem entdeckte sie die Tablette nicht.

Ich durfte mich anziehen und dann wurde ich komplett an Händen und Füßen gefesselt.

Die ganze Situation war dermaßen schockierend und ich hatte scheiß Angst auf Grund meiner Vergangenheit und was ich schon für Schläge bekommen hatte!

Ich redete kein einziges Wort mit ihnen!

Die ganze Zeit überlegte ich warum die das mit mir tun, was ich verbrochen habe, was der Anlass ist.

Ich kam auf nichts, weil ich nicht das geringste getan habe! Ich wurde durch die SEK-Leute in ein Fahrzeug gebracht und der Weg kam mir so lange vor und ich hatte durch die Fesselung Schwierigkeiten zu laufen. Alles lief in meinem Kopf wie in Zeitlupe ab und in meinem Kopf rauchte es!

Von meinen ganzen Sachen aus meiner Zelle bekam ich NICHTS und ich musste alles zurück lassen. Mit Autos und schwerst bewaffnet mit Pistolen und Maschinengewehren fuhren sie mit mir aus der Anstalt und kurz darauf auf die Autobahn.

Ich dachte zuerst, dass es nach Berlin geht und dass es genau die Strecke gewesen ist. Aber als man nach einer über einstündigen Fahrt abbog Richtung Burg, wusste ich Bescheid. Wir fuhren zur JVA Burg zur Torwache, wo sofort die Schleuse aufging und die Wagenkolonne mit mir rein fuhr. In der Anstalt angekommen lud man mich aus und erlöste mich von den Fesseln. Dann ging es zu einem Raum und es warteten schon unzählige Beamte auf mich! Sie wußten alle Bescheid, nur ich nicht!

Ich klemmte mir meine geschmuggelte Tablette zwischen meine Finger und dann stand ich erst mal vor allen diesen Menschen, die mich mit ihren Blicken musterten, so ungefähr: Das ist also dieses schwere Kaliber. Dann musste ich mich wieder nackt ausziehen und das gleiche Prozedere, Arschbacken auseinander, Intimbereich anheben, Fußsohlen zeigen, Mund öffnen und Handflächen zeigen.

Ich bekam Anstaltskleidung (Privatwäsche ist hier verboten) und wurde mit mehreren Beamten dem Anstaltsarzt vorgestellt. Auwaia ich kenne diesen und da werde ich mich auf einiges gefasst machen müssen!

Ein schlimmes Arschloch als der andere! Bei meiner Inhaftierung am 31.7 kam ich für eine Woche in die JVA Burg, wo ich ebenfalls diesen Arzt vorgestellt wurden, dem ich sofort erzählte, dass ich draußen ein Schmerzpatient bin und täglich 16 mg Subutex seit über 2 ½ Jahren nehme. Er lachte nur blöd und stellte mich als Lügner hin. Nichts bekam ich BIS HEUTE! Ich wurde also nach der Vorführung mit mehreren Beamten auf eine normale Station gebracht und bekam einen Haftraum zugewiesen.

Auf der Station kann ich mich ganz normal bewegen. Allerdings sobald ich außerhalb der Station irgendwohin muss, begleiten mich immer mehrere Beamte! Auch in meiner Zelle kommt nie ein Beamter allein! Erst seit kurzen kann ich wieder telefonieren und ich bekam auch erst alle meine Sachen aus Volkstedt nachgeschickt und bis auf Privatkleidung ausgehändigt. Ich hatte mehrere Wochen nichts, keine Schreibsachen, keine Hygieneartikel zum Waschen, keinen Tabak, einfach gar nichts! Ich konnte niemandem schreiben oder mal ganz kurz anrufen.

Nun sind einige Wochen vergangen und ich habe mich etwas eingelebt. Die Gefangenen sind hier genauso fast alle rechts eingestellt wie in Volkstedt.

 Ich gebe mich also bis auf eine Person mit niemandem ab und selbst wenn Aufschluss ist, bleibe ich in meiner Zelle. Ich denke, dass früher oder später es sicher Ärger geben wird, wenn die Rechten erfahren wer ich bin.

Es ist schlimm für mich, wenn man sich selber so isolieren muss und auch sonst keinen zum Reden hat! Einzig positiv ist, dass die Beamten mir meine Ruhe lassen. Soweit sind sie sehr höflich und einer kam vor Tagen auf mich zu und erzählte mir, als ich hier in Burg angekommen bin, waren alle in heller Aufregung und sie erzählten sich, dass da jemand von der RAF kommt. Vor einer Woche stellte meine Anwältin die JVA Volkstedt zur Rede, warum man so mit mir umspringt.

Daraufhin kam eine total verlogene Stellungnahme vom dortigen Anstaltsleiter, bei welcher meine Anwältin und ich sowie meine Partnerin und Freunde, aus allen Wolken gefallen sind!

Nicht nur dass er einen Scheiß geschrieben hat, sondern er hielt mir auch meine Kontakte vor und dass er Hinweise hätte zu einer Gefangenenbefreiung.

Ich denke, dass war die Quittung weil ich mich in jeder Hinsicht zu einer Zusammenarbeit mit LKA und Anstalt weigere! Und das wird sich auch NIE ändern!

Und dazu kommt noch durch meine letzten Zeilen und die Veröffentlichung, dass selbst Politiker hellhörig wurden, was das LKA mit mir abgezogen hat.

Psychisch geht es mir total beschissen und ich kann nicht mehr schlafen. Manchmal schlafe ich kurz im Sitze ein, aber versuche dann mich zu zwingen wach zu bleiben. Ich habe Angst vor dem Schlafen, so verrückt dass sich anhören mag für den ein oder anderen. Und ich muss gestehen mit allen was mir passiert ist, dass ich vierundzwanzig Stunden am Tag, ob Tag oder in der Nacht nun immer mit irgendeiner neuen Aktion rechne! Ich bin bei geringsten Geräuschen irre schreckhaft! Das alles ist ein reiner Psychoterror!

Und von meinem körperlichen Zustand ganz zu schweigen! Ich habe fast täglich Nierenschmerzen und ab und an fällt mir das Laufen und meine ganze Motorik schwer. Letzteres teile ich oft schon den Ärzten hier mit, aber immer vergebens und ich sag auch schon nichts mehr!

Es interessiert eh keinen!

So ist also mal wieder der Stand der Dinge.

Ich warte das die Zeit vergeht, ich warte auf eine nächste Aktion gegen mich und ich warte darauf ob man mich nun nach Italien ausliefert.

Ein furchtbarer grausamer Zustand ist das!

 

 

Herzliche Grüße,

 

Andi., 30.12.17

aus: http://Indymedia https://de.indymedia.org/node/16820

22. Oktober 2017

 

Am 12. Oktober 2017 um 6.00 Uhr morgens startete der Tag wie jeder andere – morgendliches Wecken und Lebendkontrolle. Ich holte meine Morgenmedizin aus dem Dienstzimmer und ging anschließend duschen. Ich muss dazu sagen, dass von Montag bis Freitag von 6 bis 8 Uhr die Zellentüren geöffnet sind. Ich ging um kurz nach 7 Uhr kurz duschen und begab mich danach in meine Zelle. Plötzlich um ca. 7.12 Uhr kam eine Stationsbeamtin in meine Zelle und sagte, dass das LKA aus Berlin dann kommt und ich sollte mich gleich fertig machen.

Da ich wissen wollte, was die Berliner Bullen von mir möchten, da in mehreren Dingen gegen mich ermittelt wird, erklärte ich mich bereit anzuhören, was sie konkret von mir wollen. Unverzüglich ging ich auf der Station zu dem befindlichen Telefon und wollte sofort meine Frau anrufen um sie darüber zu informieren und das sie auch die Anwältin kontaktiert. Ich gebe meinen Pin ein und plötzlich höre ich die Ansage: Aus Sicherheitsgründen wurde mein Telefonkonto gesperrt.
Total mißtrauisch und nach vier weiteren Versuchen ging ich zum Dienstzimmer des Pflegepersonals und fragte, warum das so ist, was die Gründe für die Sperrung sind. Da wurde mir gesagt, dass das Telefon öfters Spinne und nicht immer richtig funktioniere. Ich also nochmals zum Telefon und wieder die gleiche Ansage. Ich ging in meine Zelle und grübelte darüber nach,was hier nicht stimmt.

Ein Gefangener kam zu mir in die Zelle, den ich fragte, der aber genauso überrascht gewesen ist. Da in meinem Kopf alle Alarmglocken angingen, gab ich dem Kumpel ein paar verbotene Dinge aus meiner Zelle zum verstecken, weil ich ja im Laufe des Tages meine Zelle verlassen muss und in die Veranstaltung zum LKA Termin gebracht werde, um zu hören, was sie wollen.

Ich traute der ganzen Situation nicht und befürchtete auch das meine Zelle durchsucht wird, wenn ich nicht da bin. Dieses Spiel kannte ich auch schon aus anderen Anstalten aus Bayern. Nur dass mit dem Telefon war mir neu, da es in ganz Bayern solche Möglichkeiten und Telefonanlagen für Gefangene nicht gibt.

Plötzlich kam schon wieder die Beamtin (es war kurz nach 7.30 Uhr) und meinte, ob ich fertig bin, da es los geht. Ich war wieder total überrascht und meinte, dass das doch nicht normal ist, dass nun 7.30 Uhr jemand von außerhalb in die Anstalt kommt, worauf sie meinte, dass sie keine Ahnung hätte.

Sie meinte nur, dass ich Anstaltskleidung anziehen müsste, was ich dann machte. Sie brachte mich also nach vorne in Richtung Torwache, wo ein Gebäude für Anwaltsbesuche und die Bekleidungskammer ist.

Dort steckte man mich in einen Warteraum, wo allerdings ein Beamter bei mir blieb. Total komisch, die ganze Situation, auch das ich im Warteraum zusätzlich bewacht werde! Fünf Minuten darauf kam ein weiterer Beamter und man ging mit mir in die Schleuse der Torwache, wo sehr viele Bullen in zivil, schwer bewaffnet und mit Schutzweste ausgerüstet standen.

Einer kam auf mich zu und meinte, dass ich zur Generalstaatsanwaltschaft nach Berlin gefahren werde. Ich fragte sofort nach meiner Anwältin, wo man meinte, dass diese darüber verständigt wird. Ich bemerkte, dass die komplette Torwache von der Polizei in zivil besetzt wurde und die Beamten der Anstalt in ihrem eigenen Bereich nicht das geringste zu melden hatten. Die Beamten waren sicherlich hilflos da gestanden und hatten selber keinerlei Ahnung, was da gerade passiert und die Gründe für das Aufgebot und die Besetzung der Torwache. Ich war total sprachlos und fühlte mich in dem Augenblick eingeschüchtert.

Die Bullen durchsuchten mich und brachten mich zu einem schwarzen Mercedes Bus mit getönten Scheiben. Man fesselte mich an den Beinen und dann zog man mir eine schusssichere Weste drüber, wo ein Polizist zu den dumm rein schauenden Beamten sagte: „Zur Sicherheit, nicht dass Herrn Krebs seine Freunde draußen stehen.“

Dann wurden meine Hände gefesselt, man setzte mich hinten ins Fahrzeug und sie fuhren aus der Schleuse, ohne ein weiteres Wort an die immer noch dumm schauenden Beamten zu sagen.

Ich bemerkte vor der Anstalt einen weiteren mit schwarzen Scheiben versehenen Bus, der uns in sehr großem Abstand folgte. Das sah ich, weil ich mich regelmäßig umblickte. Nach ca. 30 Minuten stellten sich drei Mann vor, die hinten bei mir saßen, und ich viel aus allen Wolken. Einer telefonierte, anscheinend mit einer höheren Person, was ich nur bruchstückhaft hörte: „Ja, wir haben ihn und sind unterwegs.“ Es waren das LKA Brandenburg, das LKA Berlin und das LKA Niedersachsen.

Ich fragte, ob man mich verarschen wollte und es kommen doch nicht drei Bundesländer an LKA-Beamten mit so einem Aufgebot zusammen nur um mich zum Staatsanwalt zu bringen. Einer lenkte ab und versuchte total hinterfotzig mich zu fragen, wie die Haft ist, und wurde langsam immer persönlicher. Ich sagte nur, dass alles läuft und ich möchte nicht weiter reden.

In Magdeburg fuhr man ein großes Polizeigebäude an, fuhr auf den Hinterhof, wo man mir meine abgenommenen Zigaretten und mein Feuerzeug aushändigte. Ich rauchte im Abstand von ca. drei Metern zu den Bullen eine Zigarette und als ich fertig war, lud man mich wieder ein und es ging weiter. Dabei merkte ich bevor ich eingeladen wurde, dass das Fahrzeug ein Potsdamerkennzeichen hatte. Wieder unterwegs sprach kaum jemand und die drei bei mir hinten blätterten nur in ihren Unterlagen.

Die Fahrt dauerte ewig und es war für mich sehr bedrückend und irgendwie total unreal. Sie musterten mich ständig oder legten ihre Mappen so hin oder hielten sie bewusst damit ich das ein oder andere sehen konnte und sie beobachteten mich und wie ich wohl reagiere. Ich habe mir nichts anmerken lassen und blickte nur aus dem Fenster und achtete auf die Strecke, die gefahren wurde. Ab und zu schloss ich die Augen und versuchte zu entspannen, da mir total übel gewesen ist und durch die schusssichere Weste schwitzte ich wie verrückt. Mir kam der Weg verdächtig lange vor und als ich nach drei Stunden Fahrt nach einem kurzen Schlaf wieder wach wurde, stellte ich anhand der Verkehrszeichen fest, dass wir in Brandenburg sind und nicht in Berlin. Da sagte der eine zu mir, dass sie mich belogen hätten und sie fahren ein Anwesen an, was sie mir zeigen möchten und ob ich dazu was sagen kann. Ich wollte sofort zurück zum Knast und der eine meinte nur, dass wir gleich da sind.

Ich war total durcheinander, weil mir so was auch noch nie passiert ist und ich auch nicht für möglich gehalten hatte zu was diese Arschlöcher fähig sind und mit welchen Methoden sie arbeiten. Sie fuhren an einem Anwesen langsam vorbei und sofort wurde auf ich eingeredet, ob ich darüber etwas sagen kann, wer da wohnt und und und …. Ich hatte nur gesagt, dass ich keine Ahnung hätte und noch nicht einmal diesen Ort kenne.

Dann rückte einer mit der Sprache raus und er sagte, dass sie wissen, dass ich vor Monaten Kontakt zu zwei der gesuchten Ex-RAF Leuten gehabt hätte und dabei wedelten sie mit Fotos von diesen Menschen vor mir rum. Ich erklärte, dass ich nur mit einer Anwältin rede.

Dann wurde einer direkter, dass wenn ich ihnen helfe, dass es dann zu keiner Auslieferung kommen würde, die ich mir nicht einmal erträumen könnte. Sogar mit einer Belohnung von 80 Tausend könnte ich rechnen. Ich sagte die ganze Zeit kein Wort und dann sagte der eine, dass er wieder zurück fahren könnte in die Haftanstalt. Die zwei Chefs unterhielten sich ständig und immer wieder dazwischen drin versuchten sie mit mir zu reden, einen auf guten Kumpel machen und ob sie mir was gutes tun können wie etwa Motorradzeitungen. Ich verneinte ALLES!

Dann sagte der Chef aus Niedersachsen, dass man es sicher arrangieren könnte, dass ich ein Handy in der Zelle habe und sie würden das schon mit der Anstalt abklären, so könne ich zu den Menschen besseren Kontakt herstellen. Dabei diskutierten sie welches für mich am Besten wäre. Und der Brandenburger LKA Chef meinte (er zeigte mir seine Uhr), dass eine Telefonuhr für mich gut wäre, aber ich dürfte das keinen Mitgefangenen erzählen. Ich dachte echt ich spinne, was sie mir da angeboten haben. Ich wollte schon sagen, dass ich das nicht brauche, weil ich ja offiziell telefonieren darf. Aber das habe ich mir gleich verkniffen, nicht dass sie auf die Idee kommen, dass sie das Abhören wollen.

Während der ganzen Fahrt zurück sagte ich kaum ein Wort und immer wieder unterbrachen sie ihre eigene Unterhaltung und redeten auf mich ein, immer wieder mit dem Vorschieben der Auslieferung. Kurz vor der Anstalt sagte der aus Berlin, dass ich es mir überlegen soll, dass ich niemanden davon erzählen darf, auch nicht meiner Anwältin, niemanden uns selbst die Anstalt weiß von NICHTS., sondern ihnen wurde so wie mir auch erzählt, dass ich zur Generalstaatsanwaltschaft wegen der Auslieferung nach Berlin gefahren werde. Dann steckte einer mir seine Adresse in die Hosentasche und wir fuhren in die Schleuse, wo man mir die Fuß- und Handfesseln ab machte und ich zog sofort die Weste aus. Ich bekam meine Zigaretten und mein Feuerzeug und ein Beamter brachte mich sofort zurück auf die Station in mein Haus, wo gerade Aufschluss gemacht wurde.

Der eine vom LKA wollte mir noch die Hand geben und verabschiedete sich. Ich sagte kein Wort und gab ihm auch nicht die Hand. Von den Beamten fragte mich niemand was das für eine Aktion bzw. Einsatz gewesen ist. Ich hörte in der Schleuse Sekunden bevor ich zurück gebracht wurde, wie der vom LKA Niedersachsen zum Beamten sagte, dass man das Telefon wieder frei schalten kann. Diese Wichser! Nun weiß ich warum das Telefon für mich am Morgen gesperrt gewesen ist. Ich hatte den ganzen Tag nichts zum Essen und nichts zum Trinken, und ich rauchte nur zwei Zigaretten. Zurück auf der Station rief ich gleich meine Frau an, erzählte ihr aber nichts von dem Überfall auf mich.

Aber am nächsten Tag fingen die ersten Probleme an. Ich unterhielt mich mit zwei Gefangenen mit denen ich mich hier abgebe (ich erzählte auch ihnen nichts) und Tags darauf kam gleich früh einer von den beiden und erzählte mir, dass die Beamten durch die Blume ihn auf etwas angesprochen haben, was sie NICHT wissen können und über das wir uns Tags zuvor unterhalten haben.

Solche Ereignisse sind nun bis heute vier mal vorgekommen, zwei mal als wir das testeten, ob wir vielleicht nur paranoid sind und uns einbilden, aber ich bin mir nun sicher, dass ich abgehört werde sobald ich mit einem anderen Gefangenen rede!

Die Beamten können gewisse Dinge gar nicht wissen, unmöglich und niemand sonst hat es mitbekommen. Also bleibt nur noch das ich abgehört werde. Die letzten Tage kommt plötzlich auch immer ein Gefangener vorbei, der mit mir gerbe einen auf guten Kumpel machen möchte und das durchschaute ich sofort.

Der wurde von den Beamten angesetzt. Ich sagte immer, wenn der Gefangene kam, ich hätte keine zeit, sondern muss dieses oder jenes machen. Heute kam er noch kein einziges mal. Ich brauchte einige Tage, um das alles zu verarbeiten und schreibe heute das erste mal mit dem, wie sie versuchten mich zu erpressen.

Ich bin fassungslos und schockiert, dass man versucht meine Ängste so auszunutzen. Als ich zurück kam von den Schweinen, habe ich wirklich überlegt, ob ich meinem Leben nicht doch am besten gleich ein Ende setzen soll. Und nachdem ich nun auch hier drinnen sehr auf der Hut sein muss, macht es das Leben für mich noch viel schwieriger, schon fast unerträglich! Durch die Veröffentlichung dieser Zeilen will ich allen klar machen zu was sie im Stande sind und welche Macht sie ausüben können, diese Schweine!

Seit meiner Inhaftierung war das LKA vor diesem Großeinsatz schon drei mal bei mir und versuchte mich zu bearbeiten. Diese verdammten asozialen Drecksschweine! Und man muss sich nun vorstellen, selbst ein Handy würden sie reinbringen, wofür andere über Wochen in den Arrest müssen, wenn man sie erwischt. Selbst die Anstalt tanzt nach denen ihrer Pfeiffe.

Ich muss die Tage so vorsichtig sein, mit und was ich rede. Denn sie versuchen um jeden Preis an Informationen zu kommen. Ich habe die Befürchtung und ernsthafte Sorge, dass wenn die Anwältin kommt, sie diese Unterhaltung genauso abhören. Damit muss ich rechnen und es wäre auch nicht das erste mal bei Gefangenen, dass solche staatlichen Praktiken angewendet werden. Ich erinnere nur an die damaligen Inhaftierten der RAF in Stammheim, wo die Gefangenen dann durch einen Test mit der Äußerung zu einer Geiselnahme, die Schweine überführten. Denn der Statt reagierte auf das abgehörte Gespräch zwischen den Verteidigern und Inhaftierten ohne zu wissen, dass dieses Gespräch nur ein Test gewesen ist. Jahre später räumte ein Untersuchungsausschuss diese Abhörmaßnahme auch ein.

Ich bekomme es auch auf andere Weise zu spüren, hier in der Haft. Und zwar werden alle Anträge von mir, wirklich ALLE, entweder nicht eröffnet, manche sind gar nicht mehr auffindbar, oder so wie ich es am Montag den 16.10. selbst gesehen habe: Ich sollte zu diesem verlogenen Arschloch an stellvertretenden Hausdienstleiter Herr Buchner. Arroganter Hund der Wunder was glaubt, was er ist. Ich musste zu ihm ins Büro, wo folgendes passiert ist: Er händigte mir endlich nach mehreren Einbehaltungen, die letzten zwei Ausgaben der Gefangen Info aus, die man vorher zensierte und er sagte, sollte er bei irgendeinem anderen Gefangenen diese Zeitung oder andere Schriften finden, hätte ich mit Konsequenzen zu rechnen.

Ich war so sprachlos, dass ich nichts darauf erwiderte. Plötzlich sah ich auf seinem Tisch zwei Anträge von mir, in denen ich beantragte, dass man mich nach Berlin verlege, da dort meine Verlobte und alle Freunde wohnen und so weiter. Diese Anträge sind zwei Monate alt und wurden noch nicht einmal bearbeitet! Die lagen einfach nur da und man ignorierte das einfach. Er hat nicht damit gerechnet, dass ich die Anträge entdeckte und wahrscheinlich hat er auch nicht daran gedacht, diese wegzuräumen. Ich sagte sofort zu ihm, dass ich nun meine Anwältin kontaktiere und sie sich mit ihm in Verbindung setzen wird.

Kein Wort sagte er dazu – nichts!

Das einzige, was er machte, war sich im Namen der Anstalt zu entschuldigen, weil ich zwei Wochen auf eine Aushändigung von einem großen Brief mit dem Inhalt eines Stiftes für Kalligraphien warten musste, weil dieser Buchner im Urlaub war.

So auch ein Einschreiben, ebenfalls mit einem Füller, den ich erst nach über einer Woche ebenfalls durch ihn ausgehändigt bekam.

Wie sie gerade Lust haben, so teilen sie Einschreiben und genehmigte Zusendungen aus.

Ich bitte, dass so mit Namen zu Veröffentlichen! Ich habe KEINE Angst! Ich werde mich NIEMALS hinter einer Anonymität verstecken, sondern ich stehe zu ALLEM was ich sage, dass ist mir ganz wichtig! Würde ich mich nur einmal verstecken, ich könnte NIE mehr in den Spiegel sehen und ich würde meine Ehre verlieren! Mit so was könnte ich nicht leben! Und jeder der mich kennt, der weiß, dass das mein Markenzeichen ist, dass es kein Verstecken gibt, egal welche Konsequenzen auch immer mich erwarten könnten!

Dieser dreckige Naziknast übertrifft alles! Drei Prozent Ausländeranteil und diese Gefangenen haben nur Angst. Denn die anderen Gefangenen machen hier ganz offiziell und auch auf den Gängen vor den Beamten ihre Hitlersprüche oder rechtsradikalen Begrüßungen. Die Beamten stehen nur lächelnd da uns sympathisieren mit den Gefangenen. Hier ist das Verhältnis zwischen den Rechten und den Beamten so innig, dass sie gemeinsam lachen, rauchen, sich auf die Schippe nehmen, als ob sie die besten Freunde wären.

Gestern Abend zum Beispiel spielte über mir ein Gefangener bei offenem Fenster mit seiner Gitarre rechte Lieder mit krassen Texten. Die anderen Gefangenen grölten und applaudierten.

Das hören auch die Beamten, da sie fünf Meter weiter ihr Rauchereck haben. Unabhängig aber davon ist es so laut, dass sie es gar nicht abstreiten können. Aber niemand unternimmt hier etwas dagegen. NIEMAND!

Und fast alle Gefangenen fahren dieses Schiene! Wenn man als Neuer hier rein kommt, sieht man sofort bei den Mitgefangenen (75 Prozent) ihre rechten Tätowierungen. Alles sichtbar, teilweise sogar am Hals, an den Armen und einigen sogar im Gesicht.

Sie tragen es offen zur Schau. Ich unterhielt mich mit einem lieben Menschen aus Syrien, der mir im gebrochenen Deutsch sagte, dass die Beamten gemein zu ihm waren und nicht helfen, keine Hilfestellung geben bei Sachen, die den Vollzug betreffen. Ein anderer wurde von den Beamten schon so dumm angemacht, obwohl er kein Wort deutsch verstand. Seit Wochen ohne Fernseher und nicht zu den Beamten geht. Wenn ein Deutscher kommt und kein Fernseher oder Radio hat, bekommt er spätestens einen Tag darauf alles, was er braucht. Tja, das ist der tiefe Osten und hier steht die Zeit still. Die wenigen ausländischen Mitgefangenen sind alleine und gehen auf die Beamten nicht zu, genauso wenig zu den Deutschen. 200 Gefangene sind hier und davon 180 rechter Gesinnung, was ganz offen zur Schau gestellt wird, ohne das jemand einschreitet!

Sollte mir hier innen nur einer zu nahe kommen, werde ich eine Lektion verpassen, die sie nicht vergessen werden. Vielleicht werde ich ja dann endlich verlegt.

Das ist also meine derzeitige Haftsituation. Und es gibt noch viel viel mehr, was es zu erzählen gäbe und was passiert ist.

Ich hoffe, dass diese Zeilen eine breite Öffentlichkeit erreichen und dass vielleicht Menschen auf die Barrikaden gehen um diese Zustände zu beenden.

Ich kämpfe Tag für Tag, ich stecke Erniedrigungen, Ausgeliefert sein und meine Angstzustände wegen einer eventuellen Auslieferung nach Italien und was mich dann WIEDER erwartet, weg.

Aber es ist schwer!

Ich möchte keine Angst mehr haben müssen.

Ich möchte so gern, dass mein Kopf wieder frei ist, ohne das Chaos darin.

Diese Schweine haben so viel in mir kaputt gemacht und mit jedem Tag ein Stück mehr von mir!

Andi, 22. Oktober 2017

 

aus: Anarchist Black Block Wien http://www.abc-wien.net/?p=4164