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14. Februar 2019

Solidaritätskundgebung für Andreas Krebs vor der Italienischen Botschaft

Andreas Krebs ist ein Langzeitgefangener welcher über 18 Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht hat. In dieser Zeit stellte er sich aktiv gegen Rassismus, Homophobie und Ausbeutung im Knast. Er beteiligte sich an einem Solidaritätshungerstreik für kämpfende Gefangene in Griechenland. Er unternahm zwei Ausbruchsversuche und macht in unzähligen veröffentlichten Briefen auf das Leid, welches das Knastsystem zum Vorschein bringt, aufmerksam.

Am 2. Februar ist er in den Hungerstreik getreten. Seid solidarisch und unterstützt seine Forderungen: Medizinische Versorgung und Besuch durch Familienangehörige!
Während bei ihm gerade beide Nieren ausbluten wird er 23 Stunden 40 Minuten jeden Tag auf 6m² eingesperrt. Die notwendige medizinische Behandlung wird ihm schon seit März 2018, als er noch in Deutschland gefangen gehalten wurde, verweigert. Im Moment ist Andreas nicht in der Lage sich ohne Gehhilfe von A nach B zu bewegen, hat Blut im Urin, Wasseransammlungen im ganzen Körper – er befindet sich in einer lebensbedrohlichen Situation. Die Gefängnisärtzin sagte ihm bei einer der wenigen Untersuchungen die statt fanden, dass er dringend in ein Krankenhaus müsse, doch auch das Gefängnis in Neapel verweigert dies.
Dazu kommt, dass Andreas aufgrund seiner politischen Betätigung Besuch im Gefängnis verwehrt wird und ihm das Geld, welches ihm gespendet wurde, vom Knast unterschlagen wird.

Das ist nur eines von vielen Beispielen wie Menschen in Knästen behandelt werden. Denn Knäste wurden nicht dazu errichtet die Gesellschaft zu ändern, sondern Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterdrücken und zu bestrafen. Für uns und auch Andreas ist klar: wir wollen eine Gesellschaft ohne Knäste! Wir wollen eine Gesellschaft frei von Unterdrückung und Macht. Eine, in der ein solidarisches Miteinander gelebt wird. Deshalb wollen wir unsere Solidarität für alle Gefangenen und unsere Wut auf diese Knastgesellschaft in Form einer Kundgebung vor die italienische Botschaft tragen.

Kundgebung: Montag 18.Februar 16 Uhr Hiroshimastrasse 1-7

6. Februar 2019

Andreas Krebs im Hungerstreik

Solidarität!

 

Wie wir heute erfahren haben, befindet sich der kämpfende Gefangene, unser Freund Andreas Krebs, seit 2. Februar im Hungerstreik.

Laut der Diagnose der zuständigen Ärztin im Knast in Neapel, wo sich Andreas zur Zeit befindet, leidet Andreas an Nierenblutungen beider Nieren, das hat sie am 31. Jänner festgestellt. Das heißt, Andreas müsste dringend in ein Krankenhaus verlegt werden, um adäquat behandelt zu werden, das verweigert ihm jedoch die Knastleitung in Neapel! Seine Anträge diesbezüglich wurden abgelehnt, ebenso wurde vor kurzem seinem Schwager der Besuch verweigert. Begründet wird dieses Vorgehen damit, dass Andreas Teil der ‚Linken‘ sei.

Andreas hat sich aufgrund dieser unerträglichen Situation dazu entschlossen in den Hungerstreik zu treten.

Protestiert bei italienischen Konsulaten und Botschaften.

Wir fordern die sofortige medizinische Behandlung von Andreas und das Ende seiner U-Haft.

Das heißt: Er muss schnellstens aus dem Knast raus, wir haben große Angst um sein Leben. Sein aktueller Zustand ist lebensbedrohlich.

Zeigt Solidarität – in welcher Form auch immer.

Andreas freut sich sehr über Post. Aufgrund der Limitierung der Briefmarken kann er leider nicht jeden Brief beantworten, aber er richtet in jedem Brief an uns seinen Dank aus und solidarische Grüße an alle, die ihn in den letzten Monaten unterstützt haben.

Seine aktuelle Adresse:

Andreas Krebs
Sez. 1 Stz.1
Sez. Mediterraneo (CASA CIRCONDARIALE SECONDIGLIANO)
Via Roma Verso Scampia, 250,
Cap 80144 Napoli (NA),
Italy

ABC Wien, 6.2.2019

31. Dezmber 2018

[Italien] Infos zur aktuellen Situation von Andreas Krebs aus einem Knast in Neapel (Dezember 2018)

(Quelle:  ABC Wien)

Wir wollen hier ein paar Informationen über unseren Freund und Gefangenen Andreas Krebs weitergeben. Andreas ist zurzeit in Neapel (Italien) inhaftiert. Der Prozess gegen ihn läuft bereits seit Mai 2018. Andreas gesundheitlicher Zustand ist nach wie vor schlecht! Außerdem wurde Andreas vor kurzem der Paragraph 41 bis (verschärfte Isolation) von der italienischen Justiz aufgebrummt. Argumentiert haben das die Behörden mit Andreas „Zugehörigkeit zur linksextremen Szene“. Wir wollen an dieser Stelle noch auf einen Brief von Andreas verweisen, der in der letzten Ausgabe der Gefangenen Info Nr. 420 veröffentlicht wurde. Den Brief könnt ihr hier nachlesen!

Bevor wir Andreas selbst zu Wort kommen lassen, hier noch einige Informationen dazu, wer Andreas ist, für diejenigen denen sein Fall noch nicht bekannt ist. Andreas war jahrelang in den Fängen der deutschen Justiz und saß insgesamt über 16 Jahre im Knast. Er ist ein rebellischer Gefangener, baute hinter Gittern die Gefangenengewerkschaft mit auf, führte diverse Hungerstreiks gegen die Knastbedingungen und beteiligte sich auch an einem Solidaritätshungerstreik für die Gefangenen in Griechenland. Bis heute veröffentlicht er immer wieder knastfeindliche Texte, in denen er den Alltag in Gefangenschaft beschreibt. Eine Weile nach seiner Entlassung (Herbst 2014) lernte er seine jetzige Frau kennen. Beide entschieden sich einen ruhigen Lebensabend im Süden Italiens verbringen zu wollen. Ende Dezember 2016 kam es zu einer Auseinandersetzung mit seinem damaligen Arbeitgeber, wobei dieser 3 Tage später im Krankenhaus verstarb und anschließend eine Hetzjagd auf Andreas und seine Frau begann. Via Facebook bekam seine Frau Morddrohungen, während er im Gefängnis Santa Maria Capua Vetere von den Familienmitgliedern des Verstorbenen, die noch immer in dem Knast arbeiten, misshandelt und gefoltert wurde. Da das Überwachungsvideo Andreas‘ Aussage bestätigte, sich verteidigt haben zu müssen, kam er in den Hausarrest. Dort waren sie ständigen „Besuchen“ der Polizei und dem Hass aus Teilen der Bevölkerung ausgesetzt. „Mit einem Lynchmob war zu rechnen.“ (https://de.indymedia.org/node/13887 – Text der Rigaer 94) Sie mussten fliehen und kamen zurück nach Deutschland, wo er nicht mal ein halbes Jahr später aufgrund eines europäischen Haftbefehls aus Italien mit Hilfe des MEKs wieder festgenommen wurde.

Das war im September 2017. Bis Dezember 2017 war Andreas in der JVA Volkstedt inhaftiert, von wo aus er dann völlig unerwartet unter Beteiligung eines vermummten SEKs in die JVA Burg verlegt wurde. Andreas berichtete immer wieder in Briefen von den untragbaren Bedingungen in den Knästen Volkstädt und Burg. Im April 2018 wurde Andreas schließlich, wieder vollkommen überstürzt nach Berlin Moabit in Auslieferungshaft überstellt, um schließlich im Mai 2018 nach Italien ausgeliefert zu werden. Andreas befindet sich seitdem im Secondigliano, einem der wichtigsten Hochsicherheitsgefängnisse Neapels. Dort wird seit 30. Mai 2018 ein Prozess gegen ihn geführt. Andreas war vor der Auslieferung körperlich und psychisch sichtbar gezeichnet durch die Haft-Bedingungen in den Knästen Volkstedt, Burg und zuletzt in Berlin-Moabit. So wurde Andreas’ kritischer Gesundheitszustand systematisch ignoriert und verleumdet. Medikamente sowie klinische Untersuchungen und Operationen wurden ihm verweigert. Zusätzlich waren die Knast-Bedingungen bei Andreas verschärft, durch eine hohe Sicherheitsstufe und durch das polizeistaatliche Konstrukt der angeblichen Kontakte zu ehemaligen RAF-Mitgliedern. In Italien hat sich Andreas Gesundheitszustand keineswegs verbessert. Andreas hat in der letzten Zeit immer wieder von der gewalttätigen Realität im Secondigliano, der Willkür durch die Wärter und den allgemeinen Rassismus berichtet. Im November 2018 fanden einige Prozesstage statt an denen auch Andreas Frau vor Ort war. Im Gerichtssaal versuchten die Verwandten von Andreas ehemaligen Arbeitgeber auf seine Frau loszugehen.

Wir haben hier in Absprache mit Andreas einige Infos zu seiner Situation aus den Briefen der letzten Zeit zusammengefasst.

„[…] Teilweise ist das Anstaltsessen nur ungenießbar ohne Zusatznährwerte wie etwa Vitamine oder Ballaststoffe. Die Gefangenen können selber kochen mittels Lebensmittel durch die wöchentlichen Besucher, die Aufschnitt und vorgekochtes Fleisch vorbeibringen können, bis 20 Kilo im Monat. Gekocht wird mittels eines 130 Gr. Campingkochers, wobei man sich alles, auch Topf und Pfanne, selber kaufen muss. Mit einer Grundausstattung ist man locker bei 100€. Dann noch Espressomaschine und so weiter, summiert sich das total. Sogar ein Kamillentee kostet mit 25 Beutel (keine Marke) drei Euro. Alles darf man auch nicht von den Angehörigen bringen lassen. Schlimm an der Sache ist, dass alles an Geschirr aus Plastik ist und man sich selber kaufen muss. Es gibt kein Toilettenpapier, aber dafür ein Bidet. Das Waschbecken ist sehr klein und man muss seine Töpfe und Tupperboxen von den Angehörigen (heißes Wasser existiert) im Bidet, wo man vorher seinen Arsch gewaschen hat, dh seine Sachen ebenfalls darin abspülen. Ich glaube, man kann das noch so sauber schrubben, Bakterien bzw. Skorbut lässt dennoch grüßen! Vor drei Tagen war es dann soweit, dass ich kaum noch laufen konnte, nur noch mit Krücken und vor der Zelle ist ein Rollstuhl für längere Wege. Ich befinde mich auf eigenen Wunsch im Zugang mit einer Person meiner Wahl in einer Zwei-Mann-Zelle. Im Zugang ist 23 Stunden und 40 Minuten Einschluss, der Rest an 20 Minuten beschränkt sich auf maximal 20 Minuten duschen. In einer normalen Station ist man mit 4 – 5 Mann in einer Zelle und es ist von früh 8 Uhr bis Abends 20 Uhr offen. Aber das sind alles Nazis, und ich sah selbst, wie sie einen Afrikaner schlugen, ohne dass Beamte eingegriffen haben, sondern den Typen auf den Zugang alleine legten. Der hat niemanden was getan oder verraten. Jeder zweite hat eine Stichwaffe im Arsch und es wird täglich gedroht mit dem Leben! Strafen werden verteilt, was ich noch nie so erlebt habe. Jeder spielt sich auf und wirft mit dem Clan Camorra oder der Mafia aus Sizilien um sich. Zum Besuch gehen die Leute so aufgebrezelt, komplett mit Armani, als wären sie auf einer Modenschau oder was auch immer sie glauben zu sein. Außen hui und innen pfui! Aber die Leute (Gefangenen) sind wirklich schlimm, und es kommt auch vor, dass sie sich gegenseitig mit ihrer Stichwaffe verletzen. Linke wie ich dürfen sich am Besten nicht outen, auch die, und gerade die Ausländer, werden einfach nicht auf den Stationen gewollt. Dafür werde ich nicht mehr von den Beamten misshandelt. Nach der Veröffentlichung in Deutschland und durch die Anfrage der deutschen Staatsanwaltschaft ist man mega-höflich zu mir, bis auf den Anfang wo zwei Vorfälle in kürzester Zeit gewesen sind. Die Gesundheitsfürsorge ist unter aller Kanone! Im Behandlungsraum wird geraucht und nebenbei morgendliche Serien am TV angesehen. Man wird schnell mit Psychopharmaka abserviert.

[…] Er [Andreas‘ Zellenkollege] ist der einzige, mit dem ich mich hier abgebe, und der nicht wie alle anderen rechts ist und Vorurteile gegen Linke hat. Darum habe ich mich auch mit ihm zusammen getan, und wir sind auf dem zugangsüberwachten Bereich in einer 2 Mann Zelle. Wir haben uns das freiwillig angetan. Auf einer normalen Station sind wir behandelt worden wie Aussätzige, und uns wurde oft gedroht. Die einzigen, die uns relativ normal begegnen, sind die Afrikaner, weil sie mittlerweile mitbekommen haben, wie wir zu den anderen stehen, und dass auch wir bei so manchen Typen vorsichtig sein müssen. Es ist schon sehr gruselig zu wissen, dass die Neapolitaner mit Ausländern tun und lassen können, was sie wollen. Allerdings stehen wir unter ständiger Beobachtung der Beamten, die uns und besonders mich in Ruhe lassen. Bis auf zwei Vorfälle am Anfang ist Ruhe. Allerdings will ich über diese zwei Vorfälle ungern reden, weil sonst wieder alles hoch kommt. Zum Verfahren gibt es noch nichts zu sagen, außer, dass jeder etwas anderes sagt und gerade die scheiß Bullen so faule Schweine sind, dass ich hoffe, dass das mein Vorteil ist.

[…] Leider bekam ich vor kurzem den Paragrafen 41 dazu, weil ich in Deutschland zur linksextremen Szene gehöre, und ich kann noch nicht genau sagen was das für mich bedeutet. […] Ich drücke euch alle aus der Ferne und ihr fehlt mir alle!“

Andreas hatte im November einige Prozesstermine, die nächsten wären jetzt im Dezember gewesen, sind aber ausgefallen. Die kommenden Prozesstermine sind am 14.01.2019, 23.01.2019, 13.02.2019, 27.02.2019 und 13.03.2019.

 

Um für Andreas Geld zu spenden, überweist bitte an folgendes Konto:

Empfänger: Krebs

IBAN: DE 90 1005 0000 1067 1474 26

BIC: BELADE BEXXX

Verwendungszweck: Spende/Andreas Krebs

 

Um Andreas im Knast zu schreiben, verwendet folgende Anschrift:

Andreas Krebs
Sez. 1 Stz.1
Sez. Mediterraneo (CASA CIRCONDARIALE SECONDIGLIANO)
Via Roma Verso Scampia, 250,
Cap 80144 Napoli (NA),
Italy

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Wenn ihr mehr über dieses scheiss System und seine Knäste erfahren wollt schaut euch doch mal die Webseite von Anarchist Blackcross Wien an kann Mensch nur empfehlen.

Freiheit für die Gefangenen! Nieder mit allen Knästen!

Freiheit und Glück für Andreas Krebs!

29. Oktober 2018

(Quelle: Gefangenen Info Nr. 420)

Lieber…, nun bin ich fast sechs Monate in Neapel in der Haftanstalt Secondiglicano und fühle mich erst jetzt im Stande, einige Zeilen zu schreiben, wie es mir hier ergeht und was bis jetzt passiert ist.

Deutschland bzw. Moabit hat mich ohne irgendwelche Krankenunterlagen noch sonstiges nach Italien verfrachtet. Es ging ein Konvoi von sechs Fahrzeugen inkl. SEK mit Blaulicht und Sirene zum Flughafen, wo ich dann in den Flieger gebracht wurde. Hier warteten lediglich drei Polizisten.

In Rom angekommen wurde ich ID(vermutlich ED) behandelt und Stunden später von den Vollzugsbeamten aus Secondigliano abgeholt.

Angekommen wurde ich durchsucht und mir wurde vieles abgenommen.Dann wurde ich noch in der Nacht um 22 Uhr in eine Zugangszelle mit vier Personen gebracht. Ich wurde Ärzten vorgestellt und erklärte jedes mal aufs Neue, welche Medikamente ich in Deutschland bekam, ich darauf eingestellt bin und und und.

Im Behandlungsraum wird geraucht und nebenbei TV Serien vom Sani und dem Personal angesehen. Das Ende vom Lied ist, das ich seit fünf Monaten darum bitte mir die richtige Medizin zu geben!

Doch lediglich Psychopharmaka bekomme ich und warte seit drei Monaten auf die Untersuchung in die Röhre zu kommen. Mein Zustand hat sich so verschlechtert, dass ich auf Krücken gehe. Ich wurde auf eine normale Station verlegt in eine Vier-Mann-Zelle und was ich da bis vor einem Monat erlebt habe ist Wahnsinn!

Ausländer werden gehasst und Schwarze erst recht. So konnte ich beobachten wie man einen Schwarzen, der gerade auf die Station verlegt wurde, drangsalierten das dieser sofort aus der Station genommen wird ohne Konsequenzen für die anderen.

Ich sah wie Gefangene Stichwaffen im Arsch herum tragen und wie schon Leute verletzt wurden. Tagtäglich wurde mit Mord und Tod gedroht. Linke werden gehasst.

Ich musste raus aus dieser Abteilung, denn ich hielt es einfach nicht mehr aus.

Ich tat mich mit einem Gefangenen zusammen, dem ständig mit Prügel gedroht wurde und er schrieb unzählige Anträge bis es klappte, dass wir in eine Zwei-Mann-Zelle verlegt wurden auf einer geschlossenen und überwachten Station. Wir sind 23 Stunden und 40 Minuten am Tag eingesperrt und sitzen den ganzen Tag nur in der Zelle. Dank Unterstützung meiner lieben Frau, die die Hälfte ihres Hartz-4 Geldes monatlich schickt, kann ich mir Essen und Wasser kaufen.

Denn Trinken gibt es von der Anstalt nicht und das Einige was es gibt, sind ein Plastikteller und ein Becher. Das Plastikbesteck und auch Toilettenpapier muss man selber kaufen. Da ich niemanden habe, wie die meisten anderen, wo Angehörige regelmäßig Essen und Kleidung bringen bzw. zum Waschen mitnehmen, bin ich ziemlich auf mich alleine gestellt.

Man kann sich Lebensmittel kaufen, braucht aber dazu den Campingkocher und die 190 Grad Gas sowie billige Töpfe und Pfanne. Dank ABC konnte ich mir endlich einen Teil an Kochsachen kaufen.

Auf der vorherigen Zelle war ja alles drin, aber durch die Verlegung in diese Zelle musste man sich alles neu kaufen. Hat man nicht mal das nötige Geld, ist man auf das wenige schlechte Essen der Anstalt angewiesen und Trinken aus der Wasserleitung. Jeder Gefangene versucht zu vermeiden, von der Anstalt Essen anzunehmen.

Alles Sachen, Kleidung und Geschirr wäscht man im Bad, wo man vorher seinen Arsch gewaschen hat. Der einzige Vorteil ist, dass heißes Wasser auf der Station bzw. der Zelle existiert. Es gibt von der Anstalt auch keine Putzmittel für die Zelle, auch die muss man selber kaufen.

Vor einigen Wochen war an einem Abend eine Grossfilzung und normalerweise werden Gefangene einzeln und getrennt von den anderen durchsucht. Hier nicht. Jeder musste vor den anderen seinen Intimbereich entblößen, damit Beamte dann mit einem Metalldetektor den Intimbereich abfahren, aber nichts finden. Das heißt jeder sieht beim anderen mit zu.

Ich habe so was noch nicht erlebt!

Nach sechs Monaten durfte ich endlich meine liebe Frau sehen und das Dank Unterstützung von ABC, denn finanziell würden wir es niemals schaffen! Sechs Monate ohne Besuch und Ehefrau ist ein Alptraum und ich bin den Menschen sehr dankbar, die uns finanziell unterstützen, damit u.a. meine Frau zu mir kommen konnte. Danke auch an gemeinsame Freunde in Neapel, die meine Frau aufgenommen haben und sie ab und an mit dem Auto von A nach B brachten.

Danke auch an die Menschen, die die Verletzungen meiner Frau nach einem doch krassen Unfall behandelten.

Leider wurde meine Frau jedes Mal am Einlass der Anstalt, wie Dreck behandelt. Sie durfte noch nicht einmal gewisse Sachen für mich abgeben, wie Bettwäsche usw. Man schmiss ihr Sachen vor die Füße, hielt ihr zum Nachteil, weil sie kein Italienisch sprechen kann und ließ sie stundenlang warten oder meinte das sie keinen Besuch mehr zur Verfügung hätte. Sie wurde regelrecht schikaniert!

Sieben Stunden hatten wir insgesamt Besuch, verteilt auf fünf Besuche. Aber es war eine Wohltat für die Seele, dass wir uns einige Male sehen durften! Allerdings ist nochmals zu erwähnen, ohne die finanzielle Unterstützung, hätte das niemals funktioniert! Danke an alle Beteiligten!

Mir geht es von der Psyche wie auch körperlich irre beschissen und ich will und kann kaum noch!

Die Medikamente, die ich bekomme, taugen nichts und regelmäßig scheide ich Blut aus. So oft sagte ich das schon und man tat dies damit ab, dass es Nierensteine sicher wären. Ich habe nach wie vor (auch in Magdeburg) Wasser in den Beinen und seit neuestem Bewegungseinschränkungen in den Händen. Auch meine rechte Gesichtshälfte und die Seite am Kopf tut so weh. Alles, jede Kleinigkeit teilte ich mit, aber man tat es salopp ab. Morgens, wenn ich in die Ambulance gehe, um meine Medizin zu holen, läuft der Fernseher und es wird genüsslich geraucht. Die Tropfen alleine nehme ich schon nicht mehr, weil sie mich so müde machen und ich Angst habe, dass diese auf die Nieren gehen. Also nehme ich nur meine Tablette und abends eine 200 Schmerztablette. Was ich nicht verstehe, dass ich bis vor kurzem 3000 mg abends bekam und plötzlich nur eine 200er. Also jeder gibt irgendwie anders. Für das Problem mit meinem Kopf und der Gesichtshälfte bekam ich Kortison. Für mich nicht nachvollziehbar.

Nun bekam ich vor ca. einer Woche ein Schreiben, dass bei mir 41bis (drakonisches Isolationsprogramm, Red.) angewendet wird, weil ich in Deutschland einer linksradikalen Szene angehöre. Was das letztendlich für Konsequenzen hat, mag ich mir gar nicht ausmalen.

Es gibt hier einige Beamte, die mich schikanieren. Da man genau darauf achtet von außerhalb, dass ich nicht geschlagen werde, besorgt man es mir anders. Indem man meine Frau aufs Übelste behandelte und ich der einzige bin der solche Sachen wie Bettwäsche und Decke von draußen, durch den Besuch nicht bekommt. Auch das Wörterbuch, was meine Frau mir besorgte Deutsch/Italienisch, wurde ihr am letzten Tag des Besuches einfach vor die Füße geworfen. Auch stellte ich fest, dass gewisse Sachen vom Einkauf nicht geliefert wurden und ich um das Geld betrogen werde. Auch das ist nicht das erste Mal.

Sagt man was, dann heißt es nur warten und ich bin dafür nicht zuständig.

Ich weiß ganz sicher, dass es einige Beamte gibt (nicht alle), die mich nicht misshandeln können, aber es auf eine andere Art spüren lassen. Post darf ich zukleben und nur die, die reinkommt, wird vor meinen Augen geöffnet, ob etwas verbotenes beigelegt ist, was schon einige Male passierte, von Menschen die ich nicht kenne, und mir einen Heidenärger eingebrachte! Womit man mir Gutes tun kann, wäre ein farblicher Schreibblock, damit ich etwas Basteln kann, wie schöne farbliche Umschläge für die Leute, denen ich schreibe. Leider darf man nur beschränkt Briefmarken kaufen und die Post nach Deutschland zu versenden ist richtig teuer. Daher kann ich nicht jedem schreiben, weil ich die Frankierungsmöglichkeiten einfach nicht habe.

Es ist nicht meine Art, aber ich stecke in einer so hilflosen Situation, dass ich es trotzdem schreibe. Und zwar würde ich mich sehr freuen, wenn man meine Partnerin unterstützt, damit sie mich bald wieder besuchen kann, das wäre für mich mein größter Wunsch! Denn finanziell ist es sonst unmöglich, dass sie nach Neapel kommt/fliegt. Zudem benötigt sie etwas für den Lebensunterhalt. Also wer helfen kann und möchte, es ist jeder Cent willkommen und wir sehr dankbar sind!

Zum Gerichtsverfahren kann man noch nicht viel sagen, außer dass ich bei der letzten Verhandlung als die Beamten mich abführten, ein Enzo Oltavio auf Deutsch ganz laut sagte, dass er hoffe ich verrecke dort wo ich gerade bin.

Die Zeugenvernehmung von ca. 20 Carabinieri war eine Katastrophe und jeder erzählte etwas Anderes oder konnte sich nicht mehr erinnern. Es wurde auch von der Polizei so schlampig alles aufgenommen, dass selbst meine Dolmetscherin den Kopf schüttelte und meinte, dass dies ein unmöglicher Zustand wäre!

Wie es weitergeht kann ich noch nicht sagen. Ich weiß nur, dass meine Frau als Zuschauerin eine Etage höher saß und Angehörige auf sie losgehen wollten. Daher sollte meine Frau nicht mehr alleine dort hin kommen. Aber ich denke bis sie wieder das nötige Geld zur Verfügung hat für eine Reise nach Neapel, dürfte das erste Verfahren gelaufen sein. Obwohl es schlimm ist für mich, alleine ohne Angehörige und Freunde zu sein.

Anfangs reisten zwei Freunde mit an, die mich bzw. einer davon, nicht besuchen durfte, weil er in Deutschland, laut italienischer Justiz, ebenfalls zur linksradikalen Szene gehört.

Nun das in einer Kurzform zu meiner Situation. Wie gesagt, von der Psyche bin ich ganz unten und körperlich ist es nicht anders. Doch das was mir am meisten gerade zusetzt, ist die Abreise meiner Frau und jetzt nicht zu wissen ob es ein weiteres halbes Jahr dauert bis sie wieder zu mir kommen kann. Daher benötigen wir jede erdenkliche Hilfe, die wir nur bekommen können und vielleicht gibt es den ein oder anderen, worüber wir sehr dankbar wären.

Ich vegetiere nun weiter Tag für Tag vor mich hin und weiß nicht weiter.

Ich hoffe nur, dass es keine Übergriffe gibt. Ich sage jetzt schon Danke für die Menschen, die sich die Zeit genommen haben meine Zeilen zu lesen und auch vielleicht helfen können!

Herzliche grüße an alle!

Andreas

Krebs Andreas

Sez. 1 Stz. 5

Via Roma Verso Scampia 250

Mediterraneo

CAP 80144 (NA)

-ITALY-

Spendenkonto für Andreas Krebs:

Berliner Sparkasse

Empfänger: Krebs

IBAN: DE 90 1005 0000 1067 1474 26

BIC: BELADE BEXXX

Verwendungszweck; Spende Andreas Krebs

Bitte den Verwendungszweck angeben

8. September 2018

Situation des Gefangenen Andreas Krebs

(Radiobeitrag von https://www.freie-radios.net)

Andreas ist ein rebellischer Gefangener. Er baute hinter Gittern die Gefangenengewerkschaft mit auf und führte diverse Hungerstreiks gegen die Knast-Bedingungen.
Jetzt wurde er im Mai nach Italien ausgeliefert und ein neuer Prozess begann gegen ihn am 30.Mai dieses Jahres (2018).
Andreas war vor der Auslieferung körperlich und psychisch sichtbar gezeichnet durch die Haft-Bedingungen in den Knästen Volkstedt, Burg und zuletzt in Berlin-Moabit.
So wurde Andreas’ kritischer Gesundheitszustand systematisch ignoriert und verleumdet. Medikamente sowie klinische Untersuchungen und Operationen wurden ihm verweigert. Zusätzlich waren die Knast-Bedingungen bei Andreas verschärft, durch eine hohe Sicherheitsstufe und durch das polizeistaatliche Konstrukt der angeblichen Kontakte zu ehemaligen RAF-Mitgliedern.
Schreibt ihm:
Andreas Krebs
Sez. 1 Stz.1
Sez. Mediterraneo (CASA CIRCONDARIALE SECONDIGLIANO)
Via Roma Verso Scampia, 250,
Cap 80144 Napoli (NA),
Italy
Dazu ein telefonisches Gespräch mit seiner Anwältin.

Dieses findet ihr hier: https://www.freie-radios.net/90894

 

 

Gefunden auf de.indymedia.org/node/24190

1. September 2018

Neuste Infos von Andreas Krebs aus Italien

 

Im Moment hat Andreas, nur weil er eine Zelle mit weniger Menschen wollte, 23:40 Einschluss und 20 Minuten Aufschluss. Andreas Gesundheitszustand wird immer kritischer, seit einiger Zeit leidet er an Nierenversagen und scheidet beim Urinieren, deutlich sichtbar, Blut aus. Dazu kommen jetzt noch neurologische Probleme dazu. Durch die starken Bewegungseinschränkungen, die der Knast mit sich bringt, sind starke Wassereinlagerungen in den Beinen und Armen entstanden. Diesen Schmerzen kann Andreas kaum noch standhalten. Und die Reaktion von Seite des Knastes ist, ihm wahllos Medikamente zu geben, so das er kürzlich (wie berichtet) zwei Tage in Ohnmacht fiel. Der Arzt macht jedoch nichts weiter, außer eine Medikamentenunverträglichkeit zu bescheinigen. Es gab
keine weiteren Untersuchungen. Es interessiert dort offensichtlich
keinen Menschen, wie es den Inhaftierten geht.

Eine weitere Nebenwirkung der falschen Medikamentierung ist, dass
Andreas unter starker Vergesslichkeit leidet. So konnte er sich
beispielsweise nicht mehr an Herr Besken aus der Botschaft erinnern, welcher ihm mehrere Dokumente übergab. Auch stelle ich bei unseren Telefonaten immer mehr Sprachaussetzer fest. Das kann nur von den falschen Medikamenten und dem harten Knastalltag kommen, denn ich kenne Andreas als wissbegierig und gebildet, er konnte sich während seiner Zeit außerhalb vom Knast gut artikulieren und verfügte über ein ausgezeichnetes Gedächtnis.
Am 30.7 habe ich die deutsche Botschaft in Italien informiert, aber dort wird natürlich kein Finger gerührt.
Die einzige Möglichkeit, diese miserablen Lebensbedingungen zu
verändern, scheint direkter Protest durch die Gefangenen selbst zu sein. Zumindest dürfte dies die Schlussfolgerung der Gefangenen eines Knastes in Poggioreale (auch Neapel) gewesen sein, welche gerade im Moment mit einem Hungerstreik für bessere gesundheitliche Bedingungen kämpfen.

Andreas würde gerne selbst so viel an Alle in der Welt schreiben, aber leider ist er im Moment durch die zugefügten Torturen im Knast
eingeschränkt, also psychisch wie auch physisch so kaputt, dass er es imMoment nicht schafft. Wir telefonieren einmal in der Woche 10 Minuten, mehr ist nicht erlaubt. Er hat mich gebeten, von einem Mann aus Afrika zu berichten, der im Juli in Haft kam. Der junge Kerl, ca. Anfang 20, wurde im Haftraum sofort von einigen italienischen Gefangenen angegriffen, besser gesagt zusammengetreten. Als Andreas einschreitet, kamen gleich Angestellte und holten den Mann raus. Andi dachte zuerst, dass die zum Glück helfen und einschreiten, aber was er dann sah, glaubte er nicht; anstatt zu helfen, schlugen und traten die Schweine auch auf den jungen Mann ein. Zwei Tage später sah mein Mann den Afrikaner nicht mehr. Ein anderer Vorfall als Beispiel für rassistische Gewalt, ist ein Neuzugang von einem polnischen Bürger, welcher wegen
mehreren Messerstichen u.a. in den Hals jetzt im Krankenhaus liegt.

Zum Schluss will ich noch ein paar Worte von Andi zitieren:

„Bitte vergesst nicht, auch wir leben noch!! Auch wenn wir vegetieren
und Stück für Stück eingehen, bleiben wir stark, für alle die uns lieben
und uns respektieren!!
An alle in Haft lebenden, bleibt stark und glaubt an Euch.
Danke an alle, die uns in unserem Kampf unterstützen.

In Gedanken, euer Andi.

https://andreaskrebs.blackblogs.org/

(Ein Aktueller Update Artikel ist auch in der Gefangenen Info #417 Druckausgabe sowie Online verfügbar)

1. August 2018

Leider wurde unser Freund Andreas nun doch im Mai nach Italien ausgeliefert, jetzt sitzt er wahrscheinlich bis mindestens Juni 2019 im zweitgrößten Gefängnis Neapels: Secondigliano. Eines der wichtigsten Hochsicherheitsgefängnisse Neapels.

Wie es ihm dort ergeht, wissen wir bis jetzt noch nicht genau. Aber es sieht so aus, dass er dort durch die Wärter zumindest keine derartige Folter und Misshandlungen, wie er sie im Knast von Santa Maria Capua Vetere erleiden musste, zu befürchten hat. Er wird dort aber sicher nicht mit offenen, freundlichen Armen empfangen.

Der Prozess in Italien hat am 30. Mai begonnen.

Andreas war vor der Auslieferung körperlich und psychisch sichtbar gezeichnet durch die Haft-Bedingungen in den Knästen Volkstedt, Burg und zuletzt in Moabit. Es ist natürlich keine Überraschung, dass Knast scheiße ist und immer auch den Versuch darstellt, die Gefangenen gehörig zu machen und_oder ihren Widerstand zu brechen. Gefangenschaft besteht aus vielen sichtbaren und unsichtbaren Schikanen, täglicher Endwürdigung und hat die geistige und körperliche Zersetzung der Gefangenen zur Folge.
So wurde Andreas‘ kritischer Gesundheitszustand systematisch ignoriert und verleumdet. Medikamente sowie klinische Untersuchungen und Operationen wurden ihm verweigert. Zusätzlich waren die Knastbedingungen bei Andreas durch eine hohe Sicherheitsstufe und durch das polizei-staatliche Konstrukt der angeblichen Kontakte zu RAF-Mitgliedern verschärft.
In Bezug auf seine rechtliche Situation, Verlegung, Auslieferung, usw. wurden Andreas, seine Frau, seine Anwältin und sein ganzes Umfeld immer wieder in Unklarheit gelassen oder belogen. Ein perfides Spiel, das Ohnmacht und Verzweiflung, aber auch Wut und Hass produziert. Seine Verlegung nach Berlin-Moabit fand überfallartig statt und er war bis zum Schluss doppelt ausgeliefert: in unklarer, aber ständiger Erwartung der Auslieferung nach Italien.
Und trotzdem haben Sie, die Menschenjäger, die Wärter und die Henker, die Ratten der Massenverdummung (sogenannte Presse) und auch die (links-)politischen Moralisten, es nicht geschafft, das Band der Solidarität und den Kampf gegen die Welt der Knäste und Isolation zu unterbinden. Von finanzieller Unterstützung, Kundgebung, über Feuerwerk, Post, Infoveranstaltungen, …
Wir wollen und werden den Mut nicht verlieren und immer wieder die bürgerlich-staatliche Kälte durchbrechen. Auch wenn die Mittel oft bescheiden sind, so sind sie doch die Grundlage für die Flamme in unseren Herzen.

„Ich möchte keine Angst mehr haben müssen. Ich möchte so gern, dass mein Kopf wieder frei ist, ohne das Chaos darin.“ (Andi, Oktober 2017)

Freiheit und Glück für Andreas Krebs!
Gegen jede Gefangenschaft!
Nieder mit der Knastgesellschaft!

Zur Erinnerung:
Andreas war jahrelang in den Fängen der deutschen Justiz und saß insgesamt über 16 Jahre im Knast. Er ist ein rebellischer Gefangener, baute hinter Gittern die Gefangenengewerkschaft mit auf, führte diverse Hungerstreiks gegen die Knastbedingungen und beteiligte sich auch an einem Solidaritätshungerstreik für die Gefangenen in Griechenland. Bis heute veröffentlicht er immer wieder knastfeindliche Texte, in denen er den Alltag in Gefangenschaft beschreibt.
Eine Weile nach seiner Entlassung (Herbst 2014) lernte er seine jetzige Frau kennen. Beide entschieden sich einen ruhigen Lebensabend im Süden Italiens verbringen zu wollen. Ende Dezember 2016 kam es zu einer Auseinandersetzung mit seinem damaligen Arbeitgeber, wobei dieser 3 Tage später im Krankenhaus verstarb und anschließend eine Hetzjagd auf Andreas und seine Frau los ging. Via Facebook bekam seine Frau Morddrohungen, während er im Gefängnis Santa Maria Capua Vetere von den Familienmitgliedern des Verstorbenen, die noch immer in dem Knast arbeiten, misshandelt und gefoltert wurde.
Da das Überwachungsvideo Andreas‘ Aussage bestätigte, sich verteidigt haben zu müssen, kam er in den Hausarrest. Dort waren sie ständigen „Besuchen“ der Polizei und dem Hass aus Teilen der Bevölkerung ausgesetzt. „Mit einem Lynchmob war zu rechnen.“ (https://de.indymedia.org/node/13887 – Text der Rigaer 94)
Sie mussten fliehen und kamen zurück nach Deutschland, wo er nicht mal ein halbes Jahr später aufgrund eines europäischen Haftbefehls aus Italien mit Hilfe des MEKs wieder festgenommen wurde.

Denkt und schreibt an die Gefangenen!!!

Ihr könnt versuchen ihm zu schreiben:

Andreas Krebs
Sez. 1 Stz.1
Sez. Mediterraneo (CASA CIRCONDARIALE SECONDIGLIANO)
Via Roma Verso Scampia, 250,
Cap 80144 Napoli (NA),
Italy

Verweise

(https://www.abc-wien.net/?p=3921 (Offener Brief seiner Frau zur Verhaftung von Andreas am 31.07.17)
https://www.abc-wien.net/?p=4164 (Oktober 2017 – Brief von Andreas aus der JVA Volkstedt, Entführung durch LKA-Schweine)
https://de.indymedia.org/node/16820 (Dezember 2017 – Brief von Andreas zur Haftverlegung durch SEK und Psychoterror)
https://www.abc-wien.net/?p=4714 (März 2018 – Brief von Andreas über verweigerte ärztliche Behandlung, Gewalt unter Gefangenen und den Alltag in der JVA Burg)
https://www.abc-wien.net/?p=4744 ( April 2018 – letzter Brief von Andreas vor der Verschleppung in die Auslieferungshaft über die Zustände in der JVA Burg)

 

 

Gefunden auf www.gefangenen.info

29 Juli 2018

Im Mai 2018 ist mein Mann Andreas nach Italien ausgeliefert worden, obwohl Andreas krank ist. Und das ist kein Schnupfen!!! Hier in Deutschland mussten wir täglich kämpfen, dass ein Arzt eine Diagnose stellt. Er war schon in Volkstädt im Krankenhaus. Dort wurde durch Blut im Urin Probleme mit den Nieren festgestellt, die Folge war eine Operation. Ein Stein musste raus, danach war aber immer noch keine gesundheitliche Besserung in Aussicht. Hinzu kommen noch motorische Probleme, in Hüfte und Beinen. Ein Gutachten eines Neurologen wurde von Seiten des Gefängnisses natürlich nicht eingeholt. Ganz im Gegenteil: Statt sich zu kümmern wurde er nach Burg verlegt, gesundheitlich passierte, wie zu erwarten, auch dort nichts. Stattdessen ab in das Ausland. Auch hier geht es meinem Mann schlecht, dort ist die gesundheitliche Versorgung gleich null.

Dort gibt es eine Sanitätsstation die wahllos Tabletten austeile, egal ob sie den Häftlingen helfen oder nicht. So wurde Andreas mit Medikamenten versorgt die bei ihm starke Epilepsie auslösen und ihn ins Krankenhaus befördert haben. Aber statt einer Versorgung verbrachte er dort zwei Tage in Ohnmacht. Die Justiz redet von Tablettenunverträglichkeit, alles wieder okay. Aber nichts ist okay. Selbst im Krankenhaus musste Andreas erneut feststellen, dass er Blut im Urin hat, aber selbst dort wurde nichts gemacht. Nach dem zweiten Tag Aufenthalt ging es dann wieder zurück in den Knast. In Berlin wurde Andreas von der Ärztin gesundheitlich von den Medikamenten her eingestellt, es ging ihm gesundheitlich in der Freiheit sehr gut. Diese Medikamente werden ihm jedoch in jedem Knast verweigert!! Daher wird an meinen Mann herum getestet. Er ist ein Test-Opfer und wird immer Kränker „Toll!“. Erst in Deutschland interessierte es niemanden und in Italien geht es genauso weiter, das Interesse für die Gesundheit meines Mannes ist gleich null. Verhandlungen waren im Juni und Juli, sie wurden beide kurz vorher abgesagt. Wir warten die nächsten Verhandlungen im September und Oktober ab. Im Oktober soll es angeblich 3 Termine geben, aber man weiß ja nie ob sie sie wieder kurzzeitig verlegen und so jede Unterstützung von Andreas verhindern. Mein Mann hofft natürlich zu wissen was auf ihn zukommt und will nicht in Ungewissheit bleiben. Zur Zeit läuft die Anklage immer noch auf Mord, 24 Jahre Haft sind beantragt. Der Anwalt gibt sich in Italien echt Mühe und appelliert auf Selbstverteidigung, jedoch sollte niemand vergessen, dass noch alles offen steht!!! Auch kommt Andreas, auch wenn es in der Vergangenheit behauptet wurde, im Jahre 2019 nicht nach Deutschland. Nicht wenn es nach den Aussagen der Justiz in Italien geht. Jeder Tag für Andreas in Haft ist kein Leben, er sitzt mit 4 Mann auf der Zelle!!! Es gibt natürlich nie Ruhe und Leibesvisitationen sind an der Tagesordnung, was jedes mal sehr erniedrigend ist. Und Andreas freut sich natürlich über Post, also schreibt ihm bitte:

Krebs Andreas

st. 13 Sez.6

Via Roma Verso Scampia 250

Mediterraneo

CAP 80144 (NA)

-ITALY-

19. Juli 2018

[B] Farbe und Steine für den Staat und seine Repräsentant*innen – Angriff auf Andreas Geisels Bürgerbüro in Karlshorst (SPD)

 

Als kleines Zeichen der Solidarität und um zu zeigen, dass die von Repression betroffenen Menschen nicht vergessen werden, haben wir Andi und seine Gang in seinem „Bürgerbüro“ in Karlshorst besucht, um dort das nagelneu montierte Schild mit seiner Fresse und die Scheibe mit Steinen und viel pinker Farbe einzudecken.

Freiheit für alle politischen und sozialen Gefangenen!

Wenn wir an die Tage Anfang Juli zurückdenken, weckt das die Erinnerung an die Zeit, als 30000 Bullen die Kontrolle in ihrem Bullenstaat verloren. Aus dieser Zeit schöpfen wir viel Kraft und die Gewissheit, dass der Staat nicht unverletzbar und unumstößlich ist. Das letzte Jahr hat uns unter dem Eindruck der Hamburger Revolte gestärkt und so begegnen wir der Repression. Voller Zuversicht nehmen auch wir den erneuten Anstieg nächtlicher Militanz wahr.

Die vielen Repressionsschläge und das Konstruieren von Zeug*innenaussagen der Bullen vor Gericht sollen uns einschüchtern und vereinzeln. Der Sicherheitsapparat schlägt scheinbar wahllos um sich: trotz der massiven Datenauswertung, zahlreicher Hausdurchsuchungen, Überwachung und europaweiter Öffentlichkeitsfahndung kann die SoKo Schwarzer Block aber kaum mit Ergebnissen aufwarten.

Nach „dem“ Henkel versucht „die“ Geisel Berlin fest im Würgegriff der Sicherheitsmaßnahmen zu halten.
Innensenator Andi schließt sich dem bundesweiten Ruf nach „mehr Sicherheit“ (also Überwachung, (intelligente) Kameras, Aufrüstung der Bullen etc.) an. Andi bemüht sich dabei als „vernünftige“ Alternative zu den Hardlinern aufzutreten, um eine Verschärfung zu präsentieren, die im linksliberalen Wähler*innenklientel ankommt.
Andi ließ die Borni, die Teppichfabrik und die Friedel räumen. Andi handelt mit seinen Senatskolleg*innen und Parteigenoss*innen damit im Trend der neoliberalen Wohnungspolitik. Diese begegnet jeglichen Versuchen autonomer Stadtaneignung sofort mit aller Härte.
Teure Mieten, schlecht bezahlte und miese Jobs, rassistische Polizeiübergriffe und tägliche Schikane auf dem Amt,  gehören zum „sicheren“ Alltag in der kapitalistischen Stadt, was alle Parteien im Senat ohne Ausnahme propagieren.

Es gibt genügend Gründe warum wir Andi, die Soko Schwarzer Block und den Staat angreifen müssen. Das zeigt sich schon an der Masse an repressiven Maßnahmen zusätzlich zum repressiven Alltag: (eine unvollständige Liste zur Übersicht)

– 1 Jahr Friedel 54 Räumung und Räumung der Teppichfabrik
– Dezember Hausdurchsuchungen wegen G20
– Dezember Öffentlichkeitsfahndung wegen G20
– Februar Öffentlichkeitsfahndung wegen G20
– Mai Hausdurchsuchungen u.a. Kalabal!k wegen G20
– Mai Repression im Zuge der Hausbesetzungen #Besetzen
– Juni EU-Weite Hausdurchsuchungen (Spanien / Italien / Schweiz / Frankreich) wegen G20 und Haftbefehle
– Juni Hausdurchsuchungen in der Scharni 38 wegen GO-IN in der Bundespressekonferenz (Anfang des Jahres)
– Juni Festnahmen in Bure / Paris u.a. wegen G20
– Juni Hausdurchsuchungen wegen antirassistischen AD-Busting Aktionen
– Juni Hausdurchsuchungen in kurdischem Zentrum von Nav-Dem wegen Civaka Azad
– Juni 13 Bundesweite Hausdurchsuchungen wegen G20 und Haftbefehle
– Juni 2 Hausdurchsuchungen in Göttingen wegen Antifa-Arbeit gegen die AFD
– Juli Hausdurchsuchungen in Räumlichkeiten der Zwiebelfreunde

Das alles lassen wir nicht unbeantwortet.
Als kleines Zeichen der Solidarität und um zu zeigen, dass die von Repression betroffenen Menschen nicht vergessen werden, haben wir Andi und seine Gang in seinem „Bürgerbüro“ in Karlshorst besucht, um dort das nagelneu montierte Schild mit seiner Fresse und die Scheibe mit Steinen und viel pinker Farbe einzudecken.

 

Viel Kraft und Mut an alle Freund*innen in ihren laufenden Prozessen und Strafverfahren!

Freiheit für Isa, dessen Schauprozess am nächsten Montag weiter geht.
https://verfahrengebiet.noblogs.org/free-isa/

Freiheit für Nero, der im Tegeler Knast täglicher Schikane ausgesetzt ist.
https://freenero.blackblogs.org/

Freiheit für Andreas Krebs, dem trotz seines schlechten gesundheitlichen Zustandes „aus Sicherheitsgründen“ mehrmals der Zugang zu medizinischer Hilfe verweigert wurde
https://andreaskrebs.blackblogs.org/

Freiheit für Peike und alle anderen NoG20-Gefangenen, an denen der Staat seine Exempel statuiert.
https://unitedwestand.https://de.indymedia.org/node/22928blackblogs.org/

Freiheit für alle politischen und sozialen Gefangenen!

 

Autonome Gruppen

 (Gefunden auf Indymedia)

31. April 2018

Feuerwerk für die Gefangenen in Moabit

 

Wir haben in der Nacht auf den 1. Mai Isa, Michal, Andreas Krebs und alle anderen Gefangenen in Berlin Moabit mit Feuerwerk und Parolen gegrüßt.

Diese Geste steht für uns auch in dem Kontext der neuen Polizeigesetzesentwürfe in Sachsen und Bayern.

Es kann vor diesen dicken Mauern nur ein kleines Zeichen der Solidarität sein, eine Geste, die den Knastalltag für diesen Moment durch bricht.

Isa und Michal sitzen in Moabit, nachdem sie in der Rigaer Straße 94 vor 3 Wochen nach einer Razzia fest genommen wurden.

Andreas Krebs sitzt seit wenigen Tagen in Moabit, in Auslieferungshaft, und soll den Rest seiner Haft in Italien absitzen (Bericht über seine Situation: https://de.indymedia.org/node/13887).

Nachdem die Knallgeräusche der Raketen nachließen, hörten wir Jubelschreie aus den Zimmern bis auf die Straße hallen, ein Schauer lief über unsere Haut, ein erfreutes und zugleich trauriges Lächeln, was für eine verachtenswerte Gesellschaft, in der wir leben…

Dass die Bullen, die Richter*innen, die Staatsanwälte und all die Denunziant*innen, die uns auf der Straße fest halten oder bei der kleinsten Ungereimtheit zum Telefon greifen, ihren Lebenssinn darin haben, all diese Menschen hinter Mauern zu sperren, macht uns manchmal immer noch sprachlos und verdammt wütend.

Die Gefangenen brauchen unsere Solidarität, unsere Nachrichten und Angriffe hier draußen, um auch da drinnen weiter kämpfen zu können. Nur durch den permanenten Widerstand und den Glauben an ihre Taten, schaffen sie es aufrecht zu bleiben, sich nicht erniedrigen zu lassen von Schließern und sinnlosen Regelabläufen.

Es ist eine wirklich schöne und einfache Aktionsform. Geht zu den Knästen und schickt Raketen und Rufe über die Mauern!

Diese Geste steht für uns auch in dem Kontext der neuen Polizeigesetzesentwürfe in Sachsen und Bayern. Diese Scheiße soll uns einschüchtern, uns bei jedem Repressionsschlag die Kraft nehmen weiter zu kämpfen. Sie wollen damit all jene kriminalisieren und vorwarnen, für die in dieser Gesellschaft noch nie ein Platz vorgesehen war.

 

Gegen ihre Normierungen und Zwänge!

Nieder mit den Knästen!

Liebe und Stärke euch da drinnen!

Freiheit für Isa, Nero, Michal und Adreas!

 

Polizeiaufgabengesetz in Bayern:

 

DNA-Phänotypisierung, Gesichtserkennung auf Demonstrationen, Vorbeugehaft für „Gefährder“ etc.

(Quelle: https://de.indymedia.org/node/20562)